0,35% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Lufthansa: Umstrukturierungen und Sparprogramme - Anleiheanalyse


13.01.20 11:30
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Deutsche Lufthansa-Aktie eine 0,35% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5APC4 / WKN DD5APC) mit dem Basiswert Deutsche Lufthansa vor.

Mitte des vergangenen Jahres habe die Lufthansa ihre Aktionäre mit einer Gewinnwarnung geschockt. Vor allem die Tochter Eurowings habe extrem unter dem starken Preiskampf der Billig-Airlines innerhalb Europas gelitten. Zusätzlich hätten Überkapazitäten die Margen belastet. Die Prognoseanpassung habe deutliche Auswirkungen auf den Kursverlauf der Aktie gehabt. Trotz eines allgemein positiven Börsenverlaufs habe die Lufthansa das Jahr im tiefroten Bereich beendet und zu den schlechtesten Aktien im DAX gehört.

Dieses Jahr solle sich dieses Trauerspiel nicht wiederholen. Umfassende Maßnahmenpakete sowie Sparprogramme - angefangen von der Reduzierung der Spucktüten bin hin zur Schließung von einzelnen Standorten - sollten bei Eurowings für den finanziellen Turnaround sorgen und die Airline zurück in die Gewinnzone führen. Zudem solle sich die Billigfluglinie zukünftig auf die Kurzstrecke fokussieren, während die Langstrecke unter einem neuen Namen in die Lufthansa übergehen solle. Dies sei aber noch nicht alles. Wie der Verkauf der Catering-Sparte LSG gezeigt habe, sei die Lufthansa auch bereit, sich von weniger profitablen Bereichen zu trennen.

Die Konzernspitze von Deutschlands größter Airline sei davon überzeugt, dass die oben beschriebenen Maßnahmen Früchte tragen würden und das Unternehmen weiter wachse. Erst vor wenigen Tagen habe die Lufthansa Group bekannt gegeben, allein in 2020 mehr als 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz einstellen zu wollen. Der Schwerpunkt der Neueinstellungen liege mit rund 2.500 beim Bodenpersonal - vor allem in der IT solle deutlich aufgestockt werden.

Da der Preiskampf zwischen den Airlines voraussichtlich weiter andauern werde, begrüße Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, die Umstrukturierung des Konzerns sowie die Sparmaßnahmen. Aufgrund dieser Schritte halte es Bondhändler Freytag für möglich, dass Eurowings auf absehbare Zeit wieder grüne Zahlen schreibe und dem Mutterkonzern die Wende gelinge. Zu einer Belastung könnte allerdings seiner Meinung nach mittel- bis langfristig die aktuelle Klimadebatte werden. So zeige beispielsweise die durch das Klimapaket der Bundesregierung verabschiedete Luftverkehrsabgabe, wohin die Reise in den nächsten Jahren noch gehen könnte.

Derzeit werde die Bonität von Lufthansa von den drei Ratingagenturen Moody's, Standard & Poor's und Scope mit den Langfrist-Ratings Baa3, BBB und BBB sowie einem stabilen Ausblick eingestuft. Positiv würden die Ratingagenturen die führende Stellung im Heimatmarkt Deutschland sowie die Marktposition im margenstarken Langstreckengeschäft bewerten. Ebenfalls ein Pluspunkt sei die breite Diversifizierung der Lufthansa über verschiedene Geschäftsbereiche wie z.B. Wartungs- und Reparaturleistungen sowie das Airline-Catering. Risiken würden dagegen allgemein in der Zyklizität der Luftfahrtbranche gesehen. Zudem sei die Profitabilität der Lufthansa geringer als bei den Wettbewerbern. Verantwortlich hierfür seien unter anderem die Verluste der Tochtergesellschaft Eurowings.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Deutsche Lufthansa AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,35% p.a. und die Laufzeit betrage fünf Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 06.01.2020 bis 24.01.2020.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Deutsche Lufthansa AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Deutsche Lufthansa AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,35% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Deutsche Lufthansa AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 10.01.2020) (13.01.2020/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.