0,60% bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Volkswagen: Die Zukunft ist elektrisch - Anleiheanalyse


18.11.19 11:30
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Volkswagen-Vorzugsaktie eine 0,60% bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5ANK2 / WKN DD5ANK) mit dem Basiswert Volkswagen vor.

Die Zeiten des Abgasskandals scheinen vorbei, so Felix Schröder weiter. Zumindest würden die jüngsten Zahlen von Volkswagen diesen Eindruck erwecken. In Zukunft würden die Wolfsburger verstärkt auf Elektromobilität setzen. Kaum ein anderer deutscher Automobilhersteller treibe die E-Mobilität so konsequent voran.

Trotz eines rückläufigen Gesamtmarktes habe Volkswagen in den letzten Monaten seinen Marktanteil ausbauen können. Weltweit habe der Konzern allein im Oktober 562.200 Pkws ausgeliefert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche dies einem Plus von 8,8%. Vor allem Europa und der Heimatmarkt Deutschland hätten mit 23,4% bzw. 40,0% starke Zuwächse verzeichnet. Aber auch der größte Einzelmarkt von Volkswagen, China, habe mit 7,5% deutlich zugelegt. Lediglich Nord- und Südamerika hätten sich rückläufig entwickelt.

Die hohe Nachfrage nach Pkws des Volkswagen-Konzerns mache sich auch im Gesamtergebnis bemerkbar. Von Januar bis September seien die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,9% auf 186,6 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern sei gegenüber den ersten neun Monaten 2018 um 16,9% auf 14,6 Mrd. Euro geklettert. Zudem habe der Netto-Cashflow des Automobilbereichs mit 8,6 Mrd. Euro um 5,1 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert gelegen.

In der Vergangenheit sei deutschen Automobilkonzernen beim Thema E-Mobilität häufig vorgeworfen worden, der Konkurrenz, allen voran Tesla, das Feld zu überlassen. Zumindest bei Volkswagen wolle man sich dies nicht länger nachsagen lassen und habe eine wahre E-Offensive gestartet. Bis 2025 wolle der Konzern bis zu 3 Millionen Elektroautos pro Jahr bauen und verkaufen. Insgesamt sollten bis dahin mehr als 80 neue, elektrifizierte Konzernmodelle marktreif sein, darunter 50 reine Elektrofahrzeuge. Bereits jetzt habe Volkswagen mit der Produktion des ID.3 begonnen. Das erste reine Großserien-Elektroauto werde auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) gebaut. Durch diese Technologie würden modellübergreifend viele gleiche Bauteile verwendet und somit Kosten gespart. Insgesamt sollten in den nächsten drei Jahren 33 Modelle auf Basis des MEB gebaut werden. Die Nachfrage nach dem neuen ID.3 sei groß. Bereits Anfang September sei die auf 30.000 Exemplare beschränkte Sonderedition ausverkauft gewesen. Ebenso sehe es bei der VW-Tochter Porsche aus. Auch hier habe es schon vor der offiziellen Präsentation des E-Sportwagens Taycan mehr als 20.000 Kaufinteressenten gegeben.

Allgemein sehen wir die Strategie von Volkswagen, verstärkt auf E-Mobilität zu setzen, positiv - alternativen Antrieben gehört mit großer Wahrscheinlichkeit die Zukunft, so Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK. weiter. Zudem begrüße Schröder die MEB-Technologie, welche Volkswagen möglicherweise einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschaffe. Allerdings rechne der Produktmanager im Rahmen der E-Offensive mit steigenden Kosten, welche das Ergebnis belasten könnten. Allein der Umbau des Zwickauer Werks, in dem der ID.3 produziert werde, habe rund 1 Mrd. Euro verschlungen. Zudem gelte es abzuwarten, wie die neuen Elektrofahrzeuge von den Kunden angenommen würden.

Aktuell werde die Bonität von Volkswagen von den beiden führenden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings A3 bzw. BBB+ und einem stabilen Ausblick eingestuft. Positiv würden das große Produktportfolio, die Markenbekanntheit sowie die etablierte Marktposition hervorgehoben. Belastend würden sich dagegen die mit dem Diesel-Skandal verbundenen Rechts- und Sanierungskosten auswirken. Zudem würden die Ratingagenturen befürchten, dass die Emissionskrise nach wie vor Auswirkungen auf die allgemeine Reputation und Glaubwürdigkeit des Konzerns auf dem globalen Pkw-Markt haben könnte.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Volkswagen AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,60% p.a. und die Laufzeit betrage fünf Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 15.11.2019 bis 29.11.2019.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Volkswagen AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,60% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Volkswagen AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 15.11.2019) (18.11.2019/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.