0,75% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Lufthansa 19/26: Komplettumbau von Eurowings - Anleiheanalyse


04.10.19 10:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Deutsche Lufthansa-Aktie eine 0,75% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5AMK4 / WKN DD5AMK) mit dem Basiswert Lufthansa vor.

Monat für Monat vermelde die Lufthansa wachsende Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Leider spiegele sich dies nicht im Ergebnis wider. Steigende Treibstoffkosten sowie der Preiskampf auf den Kurzstrecken und hohe Überkapazitäten würden die Ergebnisentwicklung belasten. Vor allem die Billigtochter Eurowings leide unter dem Konkurrenzkampf. So sei das erste Quartal 2019 deutlich schlechter gelaufen als erwartet. Trotz steigender Umsätze sei Deutschlands größte Fluggesellschaft in den roten Zahlen gelandet. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das EBIT von plus 52 Mio. Euro auf minus 344 Mio. Euro gefallen. Allein Eurowings habe das Ergebnis mit -256 Mio. Euro belastet.

Im Vergleich zum ersten Quartal sei das zweite Quartal deutlich besser ausgefallen. Zwar habe die Lufthansa auch hier nicht an das Vorjahresergebnis anknüpfen können, aber mit einem EBIT von 761 Mio. Euro seien zumindest wieder schwarze Zahlen geschrieben worden. Im Vorjahreszeitraum habe der Konzern im selben Zeitraum einen Gewinn von knapp über 1 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Erfreuliches gebe es vonseiten der Kreditwürdigkeit zu berichten. Aufgrund einer Verbesserung des Finanzprofils hätten die Ratingagenturen Standard & Poor's und Scope Ratings die Bonitätseinstufung der Lufthansa im Investment-Grade-Bereich um jeweils eine Stufe von BBB- auf BBB mit stabilem Ausblick angehoben. Positiv würden die Ratingagenturen unter anderem die Größe des Konzerns und die Vielfalt an Geschäftsbereichen hervorheben. Negativ würden sie dagegen die Zyklizität der Luftfahrtbranche sowie die Abhängigkeit von externen Kostenfaktoren wie z.B. den Treibstoffpreisen bewerten.

Damit Eurowings endlich profitabel werde, habe Lufthansa-Chef Carsten Spohr kürzlich einen Komplettumbau des Billigfluganbieters angekündigt. So solle Eurowings in Zukunft nur noch Europaflüge anbieten. Zudem sollten dank einem radikalen Sparprogramm die Kosten bis 2022 um fast 25% sinken. Neben dem Abbau von Personal seien auch längere Arbeitszeiten geplant. Außerdem solle die Flotte gekappt werden und sparsamere Modelle sollten zum Einsatz kommen. Bis sich die Umstrukturierung in den Geschäftszahlen bemerkbar mache, werde allerdings noch etwas Zeit vergehen. Deutlich schneller könnte eine mögliche Übernahme der Fluggesellschaft Condor vonstattengehen. Bereits vor wenigen Monaten habe die Lufthansa Interesse an dem Urlaubsflieger gezeigt. Die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook könnte zur Wiederaufnahme der Verhandlungen führen.

Aufgrund des starken Konkurrenzkampfes unter den Fluggesellschaften begrüße Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK, die Maßnahmen, um Eurowings profitabel zu machen und die Tochter zu einem richtigen Billigfluganbieter umzubauen. Ferner wecke eine mögliche Übernahme von Condor Fantasie. Allerdings könnte durch den Wegfall der Thomas Cook-Kunden die Fluggesellschaft an Attraktivität einbüßen. Ebenfalls ungewiss seien die zukünftigen Kosten und Auflagen, welche im Rahmen der aktuellen Klimadiskussion der Lufthansa in den nächsten Jahren drohen würden.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Deutsche Lufthansa AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,75% p.a. und die Laufzeit betrage vier einviertel Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 30.09.2019 bis 15.10.2019. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Lufthansa. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Deutsche Lufthansa AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,75% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Deutsche Lufthansa AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege. (Stand vom 01.10.2019) (04.10.2019/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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