0,75% bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Lufthansa: Passagierzahlen steigen kontinuierlich - Anleiheanalyse


21.10.19 09:45
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Lufthansa-Aktie eine 0,75% bonitätsabhängige Schuldverschreibung 19/26 mit dem Basiswert Lufthansa vor.

Im September habe sich die Lufthansa über ein steigendes Passagier- und Frachtaufkommen freuen können. Welche Auswirkungen der am Sonntag beginnende Streik haben könnte, sei dagegen noch ungewiss.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg sei zum ersten Mal im August 2018 mit einem Protestschild vor dem schwedischen Parlament öffentlich in Erscheinung getreten. Spätestens seit diesem Zeitpunkt werde verstärkt über den Klimaschutz und die Reduzierung von CO2 diskutiert. Besonders in der Kritik stehe dabei der Flugverkehr. Aktuell scheine die Debatte allerdings kaum Einfluss auf das Flugpassagieraufkommen zu haben. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes sei in den zwölf Monaten seit August 2018 die Zahl der Flugpassagiere kontinuierlich angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sei in diesem Zeitraum die Passagieranzahl in Deutschland um 4,8% auf 125,1 Mio. gewachsen.

Die jüngsten Zahlen der Lufthansa scheinen diesen Trend zu bestätigen, so die Analysten der DZ BANK. Demnach seien im September rund 14 Mio. Fluggäste mit Airlines der Lufthansa Group geflogen. Gegenüber dem Vorjahresmonat sei dies ein Anstieg um 2,3%. Laut eigener Aussage handle es sich hierbei um einen bis dato noch nie erreichten Spitzenwert. Insgesamt hätten die Lufthansa und ihre Töchter in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 111,6 Mio. Passagiere befördert - 3,1% mehr als im Vorjahr.

Nach der Pleite von Thomas Cook sei die Lufthansa immer wieder als möglicher Kaufinteressent von Condor genannt worden. Ähnlich sei die Lage bei Alitalia, auch hier habe Lufthansa in der Vergangenheit Interesse gezeigt. Doch aktuell scheine sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr für keine der Airlines begeistern zu können - eine offizielle Offerte für Condor habe es seit der Thomas-Cook-Insolvenz zumindest nicht gegeben, und bei Alitalia sei diese Woche die Angebotsfrist abgelaufen.

Sollte die Lufthansa doch noch einen geeigneten Übernahmekandidaten finden, könnte dies, nach Meinung der Analysten, zu einer Stärkung des Konzerns führen. Wie schwer solch eine Eingliederung einer anderen Fluggesellschaft allerdings sei, habe die Teilübernahme von Air Berlin durch die Lufthansa gezeigt. Die oben genannten steigenden Passagierzahlen würden die Analysten für die Lufthansa positiv bewerten. Mittel- bis langfristig würden sie im Rahmen der aktuellen Klimadiskussion jedoch vermehrt Auflagen und höhere Kosten für die Fluggesellschaften erwarten. Zudem würden die Analysten mit einem möglichen Umdenken innerhalb der Gesellschaft rechnen, was zulasten der Airlines gehen könnte.

Langfristig höhere Kosten könnte auch der am Sonntag angekündigte Streik der Gewerkschaft UFO mit sich bringen. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation habe sämtliche Flugbegleiter und Kabinenchefs der Lufthansa zu einem kurzen Warnstreik aufgerufen, um ihren Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen. Anders als in der Vergangenheit gehe die Lufthansa diesmal allerdings auf Konfrontationskurs und drohe streikenden Mitarbeitern mit Konsequenzen. Mit Spannung werde daher erwartet, ob UFO unter dieser Voraussetzung überhaupt ausreichend Lufthansa-Personal zum Streik bewegen könne. Sollte die Gewerkschaft mit ihrem Vorhaben scheitern, würde sie deutlich geschwächt aus dem Konflikt herausgehen und an Einfluss verlieren.

Nach wie vor verfüge die Lufthansa über Investment-Grade-Bewertungen der Rating-Agenturen Standard & Poor's (BBB), Moody's (Baa3) und Scope Ratings (BBB) mit stabilem Ausblick. Alle drei Agenturen würden das breit diversifizierte Geschäftsprofil mit Marktposition in den Bereichen der Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen sowie im Airline-Catering als Stärke nennen. Als Schwäche werde unter anderem der zunehmende Preiskampf, verursacht durch die Billigkonkurrenz, gesehen.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Deutsche Lufthansa AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,75% p.a. und die Laufzeit betrage rund sieben Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 15.10.2019 bis 31.10.2019.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Lufthansa. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Deutsche Lufthansa AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,75% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Deutsche Lufthansa AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege. (Ausgabe vom 18.10.2019) (21.10.2019/alc/a/a)






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