11,00% PROTECT Multi Aktienanleihe: Deutsche Autobauer - "das WIR gewinnt" - Anleiheanalyse


08.02.19 12:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind deutsche Autobauer eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die deutschen Autobauer hätten derzeit einen schweren Stand. Zum einen stottere der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft wie die jüngsten Prognosen des IWFs und der Weltbank zeigen würden. Zum anderen sorge eine schärfere Regulierung bei Abgasmessverfahren und Kohlendioxidausstoß für Gegenwind. Durch mögliche Fahrverbote in Deutschland würden sich Kunden zurückhalten bei der Investition in neue Fahrzeuge, wie die NZZ am Sonntag berichte. Die Ergebnisse der Wirtschaftsberatung Ernst & Young, dass die Absatzzahlen und Gewinne der deutschen Autobauer so tief seien wie zuletzt im Krisenjahr 2009, seien also keine große Überraschung.

Weniger operativer Gewinn heiße auch im Umkehrschluss weniger Geld, um neue Investitionen zu tätigen. Laut dem Handelsblatt wäre der Ausbau in dem Bereich autonomes Fahren aber zwingend erforderlich, um mit der internationalen Konkurrenz mithalten zu können. Denn Apple, Google und Uber würden intensiv am Auto der Zukunft ohne finanziellen Engpass forschen. Die milliardenschweren Entwicklungskosten scheinen für einen Autobauer alleine aber nicht tragbar zu sein, so die Bank Vontobel Europe AG. Eine mögliche Lösung: Kooperationen.

So hätten Volkswagen und Ford vor kurzem eine Kollaboration bekannt gegeben, die mit einer Absichtserklärung auf die Bereiche Elektrofahrzeuge und autonomes Fahren ausgeweitet werden könnte. Nach eigenen Angaben sei VW auch letztes Jahr Partner der chinesischen Plattform Apollo geworden, die vom Internet-Giganten Baidu gegründet worden sei. Ziel der Plattform sei es, durch gebündeltes Know-how künstliche Intelligenz im Automobilbau stärker zu integrieren. Für vernetzte Fahrzeug-Dienste habe Volkswagen Microsoft als strategischen Partner gewählt. Dabei diene die Microsoft Cloud Infrastruktur als Grundlage für ein umfängliches digitales Ökosystem. Auch BMW und Daimler würden laut Handelsblatt eine Allianz bei Entwicklungsthemen prüfen. Dieses Bündnis könnte für autonomes Fahren auch auf andere Autohersteller und Zulieferer ausgeweitet werden, um einen Branchenstandard zu schaffen.

"Der Wechsel zur Elektromobilität geht schneller über die Bühne als die Digitalisierung", so das Handelsblatt. Kein Wunder, denn die deutsche Bundesregierung wolle bis 2022 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen sehen. Entsprechend plane Daimler nach eigenen Angaben bis 2022 in jeder Baureihe ein elektrifiziertes Fahrzeug anzubieten. BMW und Volkswagen würden ähnliche Absichten verfolgen. Auf dem Weg dorthin sollten Lithium-Ionen-Zellfabriken in Europa entstehen, die mit EU Fördergeldern subventioniert würden. Auch der E-Pionier Tesla wolle eine "Gigafactory" in Europa bauen, wodurch weitere Kooperationen möglich würden. So habe der Tesla Chef Elon Musk Ende 2018 getwittert, dass er sich einen E-Van in Zusammenarbeit mit Daimler vorstellen könnte. Dies wäre auch nicht die erste Partnerschaft zwischen Daimler und Tesla, wo doch Daimler bis 2014 sogar Aktionär bei dem Elektrobauer aus Silicon Valley gewesen sei.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine PROTECT Multi Aktienanleihe auf die Aktien von BMW, Daimler und die Vorzugsaktie von Volkswagen. Die Anleihe sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 11,00% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00%. Die Barriere liege bei 75,00%. Die Laufzeit der Anleihe ende am 27. März 2020. Die PROTECT Multi Aktienanleihe könne noch bis zum 18. Februar 2019 gezeichnet werden.

Die BMW-Aktie werde aktuell bei EUR 73,63 (06.02.2019) gehandelt. Das Jahreshoch habe bei EUR 90,23 (22.05.2018) gelegen, das Jahrestief bei EUR 69,21 (03.01.2019). Bei Bloomberg würden 11 Analysten die Aktie auf BUY setzen, 20 Analysten auf HOLD und 5 Analysten auf SELL. Das zwölf-Monats-Kursziel werde aktuell auf EUR 85,18 gesetzt.

Die Daimler-Aktie werde aktuell bei EUR 51,59 (06.02.2019) gehandelt. Das Jahreshoch habe bei EUR 68,59 (16.02.2018) gelegen, das Jahrestief bei EUR 44,90 (03.01.2019). Bei Bloomberg würden 14 Analysten die Aktie auf BUY setzen, 11 Analysten auf HOLD und 7 Analysten auf SELL. Das zwölf-Monats-Kursziel werde aktuell auf EUR 61,49 gesetzt.

Die Volkswagen-Aktie werde aktuell bei EUR 148,98 (06.02.2019) gehandelt. Das Jahreshoch habe bei EUR 175,44 (22.05.2018) gelegen, das Jahrestief bei EUR 132,02 (24.10.2018). Bei Bloomberg würden 25 Analysten die Aktie auf BUY setzen, 3 Analysten auf HOLD und 3 Analysten auf SELL. Das zwölf-Monats-Kursziel werde aktuell auf EUR 201,22 gesetzt.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe vom 06.02.2019) (08.02.2019/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.