1,00% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Südzucker: Ethanol-Tochter profitiert von steigender Nachfrage


27.01.20 11:30
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Südzucker (ISIN DE0007297004 / WKN 729700) eine 1,00% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5APK7 / WKN DD5APK) mit dem Basiswert Südzucker vor.

Bei Deutschlands größtem Zuckerproduzenten laufe es derzeit nicht in allen Bereichen rund. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres habe der in Mannheim ansässige Konzern einen Konzernumsatz von 5.028 Mio. Euro erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei dies ein Rückgang um 3,2%. Deutlich schlimmer sehe die Lage beim Jahresüberschuss aus. Während in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ein Gewinn von 36 Mio. Euro erwirtschaftet worden sei, müsse Südzucker dieses Jahr einen Verlust von 35 Mio. Euro ausweisen.

Verantwortlich für dieses Ergebnis sei unter anderem das Wetter gewesen. Aufgrund des trockenen Frühlings und Sommers 2019 seien die Zuckerrüben langsamer gewachsen als üblich. Als dann im Herbst der Regen gekommen sei, habe zwar das Wachstum zulegen können, allerdings sei der Zuckergehalt unter dem angestrebten Wert geblieben. Letztendlich hätten die Ernterückgänge zu steigenden Zuckerrübenpreisen und somit höheren Produktionskosten geführt. Des Weiteren kämpfe der Konzern seit der Liberalisierung des EU-Zuckermarktes mit fallenden Preisen.

Während das Segment Zucker schwächele, hätten andere Bereiche positiv überraschen können. So sei im Bereich Spezialitäten das operative Ergebnis im dritten Quartal um 21% auf 143 Mio. Euro gewachsen. Ebenfalls sehr erfreulich seien die Zahlen der Südzucker-Tochter CropEnergies ausgefallen. Dank einer steigenden Nachfrage nach Ethanol habe das operative Ergebnis in diesem Segment im dritten Quartal mehr als verdreifacht werden können - auf insgesamt 70 Mio. Euro.

Hoffnung auf eine Erholung am Zuckermarkt würden die Aussagen des Consulting-Unternehmens F.O. Licht machen. Demnach solle das Defizit auf dem Weltzuckermarkt auf 10,9 Mio. Tonnen Zucker anwachsen. Aus diesem Grund hätten sich jüngst die Weltmarktpreisnotierungen erhöht. Diese Entwicklung sollte früher oder später auch Auswirkungen auf den europäischen Zuckermarkt und die heimischen Produzenten haben. Zudem sei aufgrund einer wachsenden Weltbevölkerung mittel- bis langfristig mit einer steigenden Nachfrage nach dem süßen Rohstoff zu rechnen.

Trotz der oben genannten Punkte sei Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, gegenüber dem Zuckermarkt skeptisch und sei der Meinung, dass es möglicherweise noch zu früh sei, um von einer Erholung zu sprechen. Positiv sehe Freytag dagegen die anderen Bereiche bzw. Töchter von Südzucker. So erwarte er aufgrund der aktuellen Diskussion um den Klimawandel eine steigende Nachfrage nach Ethanol. Südzucker sei mit seiner Tochter CropEnergies in diesem Bereich gut positioniert und sollte nach Ansicht von Robin Freytag langfristig von diesem Trend profitieren.

Derzeit werde die Bonität von Südzucker von den beiden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings Baa3 und BBB- sowie einem negativen Ausblick eingestuft. Vor allem die Entwicklung des Zuckergeschäfts dürfte den Ratingagenturen nicht gefallen. Positiv einzustufen seien dagegen voraussichtlich die Marktposition von Südzucker sowie die Beteiligungen an anderen, lukrativen Geschäftsbereichen. Da Südzucker ein Investment-Grade-Rating als wichtiges Ziel betrachte, sei das Management bemüht, diese Einstufung auch in Zukunft beizubehalten.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Südzucker AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,00% p.a. und die Laufzeit betrage 6,8 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 24.01.2020 bis 14.02.2020.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Südzucker AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Südzucker AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,00% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Südzucker AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 24.01.2020) (27.01.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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