5,25% Aktienanleihe Protect auf Deutsche Post: Zentraler Wachstumstreiber intakt - Anleiheanalyse


16.05.18 14:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Deutsche Post-Aktie eine 5,25% Aktienanleihe Protect 2019/06 (ISIN DE000DD8CDM9 / WKN DD8CDM) mit dem Basiswert Deutsche Post vor.

Die Deutsche Post DHL sei ein weltweit führender Post- und Logistikdienstleister, dessen Geschäftstätigkeit in die vier Segmente PeP (Post-eCommerce-Parcel, Brief- und Paketgeschäft), Express (Expressgeschäft), Global Forwarding, Freight (internationale Logistikdienstleistungen) und Supply Chain (Informationslösungen) unterteilt sei. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sei die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis gemischt ausgefallen: Der Konzernumsatz habe 14,7 Mrd. Euro erreicht, was um 0,9% unter dem Wert des Vorjahreszeitraums gelegen habe. Die Umsatzerlöse seien einerseits durch den schwachen Dollar belastet worden, darüber hinaus habe auch der Verkauf der Tochter Williams Lea Tag einen negativen Einfluss gehabt. Bereinigt um diese Effekte habe der Umsatz einen organischen Zuwachs von 6,4% erreicht.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) habe sich von Januar bis März 2018 um 2,3% auf 905 Mio. Euro erhöht. Hierin enthalten seien positive Sondereffekte durch die Umstellung auf den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 16 und die Neubewertung von Pensionsverpflichtungen sowie negative Einmaleffekte im Segment Supply Chain gewesen. Sowohl das Segment Supply Chain als auch das Segment PeP hätten im ersten Quartal Rückgänge beim EBIT verbucht. Als Ursache für die rückläufige Entwicklung im Segment PeP habe der Vorstand höhere Kosten für Personal und Transport sowie Investitionen in die Ausweitung der Produktion des StreetScooter und des internationalen Paketnetzes ausgemacht. Eine positive Entwicklung hätten dagegen die Segmente Global Forwarding, Freight sowie Express verzeichnet.

Post-Vorstandschef Frank Appel habe mit der Vorlage der Quartalszahlen die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt und erwarte für 2018 weiterhin ein EBIT von ca. 4,15 Mrd. Euro (inkl. positiver Effekte aus IFRS 16). Am mittelfristigen Ziel, im Jahr 2020 ein EBIT von mehr als 5 Mrd. Euro zu erwirtschaften, halte der Vorstand ebenfalls fest.

Der grundlegende Wachstumstrend des Paket-Geschäfts in Deutschland und darüber hinaus sei dem Vorstand zufolge ungebrochen. Weiteres Marktpotenzial für das Paketgeschäft biete u.a. der Online-Handel mit Lebensmitteln. So würde sich dem Vorstand zufolge ein großes Wachstumspotenzial ergeben, wenn nur 10% der Deutschen ihre Lebensmittel online kaufen würden. Entsprechend sei auch das Fazit zur jüngsten Entwicklung der Sparte PeP ausgefallen. Man habe hier kein Umsatz-, sondern ein Kosten-Thema. Dieses wolle man intensiv angehen. Dabei würden auch Preiserhöhungen für Inlandssendungen geprüft. Das Briefporto könne ab 2019 wieder erhöht werden, ein Schritt, den Vorstandschef Frank Appel befürworte. Bezüglich der Paketpreise seien noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen. Zusätzlich zu möglichen Preiserhöhungen sollten die Kosten in der Sparte gesenkt werden.

Nach Einschätzung der Analysten der DZ BANK ist das Erreichen der bestätigten Ziele für 2018 mit Blick auf den verhaltenen Jahresauftakt nun anspruchsvoller geworden. Die übergeordneten langfristigen Treiber sähen die Analysten jedoch weiter intakt. So profitiere die Deutsche Post ihres Erachtens von der Globalisierung und dem wachsenden Onlinehandel. Letzterer schaffe den Bedarf für Transportdienstleistungen und bleibe damit der zentrale Wachstumstreiber für den Konzern. Inwieweit mögliche Preiserhöhungen im Briefgeschäft die zu erwartende weiter rückläufige Volumenentwicklung kompensieren könnten, müsse sich indes noch zeigen. Der gleichzeitige Fokus auf Kostensenkungsmaßnahmen erscheine den Analysten der richtige Weg.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage in die Aktie der Deutsche Post AG stünden verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie Deutsche Post AG als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe Protect mit Fälligkeit am 26.06.2019 (Rückzahlungstermin), einer Barriere von 26,00 Euro, einem Basispreis von 38,462 Euro und einer Zinszahlung von 5,25% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 26.06.2019, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Deutsche Post AG. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Deutsche Post AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Jeder Kurs der Aktie der Deutsche Post AG während der Beobachtungstage vom 09.05.2018 bis zum 19.06.2019 (Beobachtungspreis) liege immer über der Barriere von 26,00 Euro, oder der Schlusskurs der Aktie der Deutsche Post AG auf Xetra Frankfurt am 19.06.2019 (Referenzpreis) liege auf oder über dem Basispreis von 38,462 Euro. In diesem Fall werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Mindestens ein Beobachtungspreis liege auf oder unter der Barriere von 26,00 Euro und der Referenzpreis liege unter dem Basispreis von 38,462 Euro. In diesem Fall erfolge die Lieferung einer durch das Bezugsverhältnis (26,00) bestimmten Anzahl von Aktien der Deutsche Post AG. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der Deutsche Post AG am Rückzahlungstermin zzgl. der Zinszahlung unter dem Kaufpreis der Aktienanleihe liege.

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass die Aktie der Deutsche Post AG während der Beobachtungstage (09.05.2018 bis 19.06.2019) immer über der Barriere von 26,00 Euro liegen werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,72 Euro belaufen. (Ausgabe vom 16.05.2018) (16.05.2018/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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