Abverkauf an Anleihemärkten


10.09.19 09:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Deutsche Konjunkturdaten brachten gestern einen Silberstreif in den dunklen Horizont, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Exporte hätten im Juli einen soliden Zuwachs von 0,7% verzeichnet. Die erste Konjunkturumfrage für den Monat September, der Sentix-Index, sei ebenfalls aufgrund der verbesserten Stimmung am Finanzmarkt geringfügig auf -11,1 Punkte angestiegen. Die nächsten Konjunkturdatenpunkte seien die heute zur Veröffentlichung anstehende französische und italienische Industrieproduktion für Juli. Erstere dürfte nach dem ausgeprägten Minus im Juni entsprechend der positiveren Stimmungsumfragen in positives Terrain gerutscht sein. Die Industrieproduktion für Italien dürfte hingegen weiter zurückgegangen sein.

An den Anleihemärkten habe gestern ein Abverkauf eingesetzt, der die Renditen länger laufender Anleihen um 5 bis 8 Basispunkte habe steigen lassen. Die Anpassung könne auch als Korrektur der übertrieben expansiven Erwartungen hinsichtlich der am Donnerstag im Blickpunkt stehenden EZB-Sitzung gesehen werden.

In Großbritannien sei gestern das Gesetz in Kraft getreten, welches den No-Deal-Brexit verhindern solle. Laut Johnson gelte dieses Gesetz nur theoretisch. Erklärtes Ziel bleibe ein Brexit mit Abkommen, Großbritannien werde aber auf alle Fälle am 31. Oktober die EU verlassen. Für den Fall, dass er sich dem Gesetz widersetze, bereite die Rebellen-Allianz einen möglichen Gerichtsfall vor. Johnsons zweiter Versuch, vorgezogene Neuwahlen doch noch durchzusetzen, sei gestern Nacht neuerlich am Widerstand der Oppositionsparteien und der Tory-outcasts gescheitert. Eine Neuwahl vor dem 31. Oktober stehe damit wohl nicht mehr zur Debatte. Das britische Parlament sei seit gestern Abend bis 14. Oktober in Zwangsurlaub.
(10.09.2019/alc/a/a)