Aktienanleihe Classic 5,75% 2020/12 auf Aurubis: "Rotes Gold" ist nicht alles - Anleiheanalyse


09.12.19 11:45
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Alexander Dickel, Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Aurubis eine Aktienanleihe Classic 5,75% 2020/12 (ISIN DE000DF8VJS1 / WKN DF8VJS) mit dem Basiswert Aurubis vor.

Die Herstellung von hochwertigem Kupfer sei die Kerntätigkeit des Traditionskonzerns Aurubis. Er setze künftig aber auf eine Multimetall-Strategie, um das Geschäftsmodell zu erweitern und damit Wachstumspotenziale zu erschließen. Für uns ist das ein aussichtsreicher Ansatz, so Alexander Dickel, Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG.

Kupfer ist in unserem modernen Industrie- und Technologiezeitalter unverzichtbar, Alexander Dickel, Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG. Wegen seiner herausragenden Leitfähigkeit werde das als "rotes Gold" bezeichnete Industriemetall vor allem in den Bereichen Elektrik, Elektrotechnik und Telekommunikation eingesetzt. Es sei damit nicht nur ein Basisrohstoff für die moderne Welt, sondern spiele auch bei vielen Zukunftstrends eine entscheidende Rolle. Beispiele seien Erneuerbare Energien und E-Mobilität. In E-Autos stecke z.B. mehr als 3- bis 4-mal so viel Kupfer wie in herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Von dem steigenden Kupferbedarf sollte auch Aurubis profitieren. Der MDAX-Konzern stelle aus Kupferkonzentrat und Recyclingmaterialien hochreines Kupfer her und verarbeite dieses weiter zu Vorprodukten (u.a. Drähte, Profile). Habe der Schwerpunkt bislang auf Kupfer gelegen, arbeite der Konzern seit einiger Zeit an einem Multimetall-Ansatz. Neben Kupfer sollten künftig noch stärker andere Metalle aus den eingekauften Ausgangsmaterialien (Metallkonzentrate, Schrott) extrahiert werden. Schon jetzt gewinne das Unternehmen unter anderem Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, Eisensilikat und Schwefelsäure.

Die verfolgte Strategie erscheint in unseren Augen plausibel, so Alexander Dickel, Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG, weiter. Aurubis besitze eine hohe Prozess- und Metallurgiekompetenz im Kupferbereich, die sich gut auf ähnliche Gebiete übertragen lasse. Damit könne das Geschäftsmodell sinnvoll erweitert werden, um positive Skaleneffekte zu erzielen und damit die Prozesse zu optimieren. Auch die geplante Trennung vom Bereich Flat Roll Products (FRP) passe zu der neuen, fokussierten Ausrichtung. Nachdem der angestrebte Verkauf an die Wieland-Werke aus kartellrechtlichen Gründen gescheitert sei, würden nun neue Optionen gesucht.

Bei der Strategie, das Geschäftsmodell zu erweitern, setze Aurubis außerdem auf Zukäufe. 2019 sei der Kauf des belgisch-spanischen Recyclers Metallo für 380 Mio. Euro eingefädelt worden. Mit Blick auf die Multimetall-Strategie erscheine Alexander Dickel die geplante Übernahme sinnvoll. Das gelte gerade vor dem Hintergrund des im Sommer eingestampften Investitionsprojekts Future Complex Metallurgy (FCM), an das große Erwartungen geknüpft gewesen seien. Nachdem zunehmend die Wirtschaftlichkeit wegen höherer Investitionskosten infrage gestanden habe, zeuge der konsequente Stopp von einem guten Management.

Das bestärke Dickels Zuversicht in die langfristigen geschäftlichen Perspektiven von Aurubis. Dabei beachten müsse man den stark zyklischen Charakter des Geschäftsmodells, der sich auch in einer vergleichsweise hohen Aktienvolatilität niederschlage. Neben dem konjunkturellen Gegenwind seien die Geschäfte in den vergangenen Monaten zudem von einmaligen Sonderfaktoren belastet worden (z.B. Einstellung FCM-Projekt, ungeplante und geplante Produktionsstillstände). Für das Gesamtjahr 2018/19 (bis Ende September) habe Aurubis daher im Vergleich zum Vorjahr sinkende Ergebnisse in Aussicht gestellt. Wie sich die Geschäfte tatsächlich entwickelt hätten, werde der für den 11. Dezember angekündigte Jahresbericht zeigen. Gleichzeitig dürfte es Aussagen zu den kurzfristigen Prognosen geben. Ein Risiko sei, dass Aurubis weiterhin konjunkturelle Risiken sehe.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage stünden Anlegern verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der Aurubis AG als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 23.12.2020 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 43,478 Euro und einer Zinszahlung von 5,75% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 23.12.2020, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Aurubis AG. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 2,20 Euro belaufen. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Aurubis AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Liege der Schlusskurs der Aktie der Aurubis AG an der Börse Xetra Frankfurt am 16.12.2020 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 43,478 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Liege der Referenzpreis unter dem Basispreis, erhalte der Anleger eine durch das Bezugsverhältnis (23,00) bestimmte Anzahl von Aktien der Aurubis AG. Es würden keine Bruchteile von Aktien geliefert. Für diese erhalte der Anleger eine Zahlung eines Ausgleichsbetrags pro Aktienanleihe. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich des Ausgleichsbetrags werde unter dem Nennbetrag liegen. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der Aurubis AG am Rückzahlungstermin zuzüglich des Ausgleichsbetrags und der Zinszahlung unter dem Erwerbspreis der Aktienanleihe liege.

Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals sei möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust trete ein, wenn der Schlusskurs der Aktie, die der Aktienanleihe zugrunde liege (Basiswert), an der maßgeblichen Börse am Bewertungstag (Referenzpreis) null sei. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 06.12.2019) (09.12.2019/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000DF8VJS1 DF8VJS 104,36 € 94,61 €
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