Aktienanleihe Classic 5,7% 2020/12 auf Bayer: Trendwende? Anleiheanalyse


03.02.20 10:45
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Oliver Saake, Leiter Produktmanagement Strukturierte Produkte bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Bayer eine Aktienanleihe Classic 5,7% 2020/12 (ISIN DE000DF9DDQ4 / WKN DF9DDQ) mit dem Basiswert Bayer vor.

Der Traditionskonzern aus Leverkusen habe sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Übernahmen und Verkäufe seien Teil dieser Strategie gewesen. Beispielsweise seien das klassische Chemiegeschäft und andere Bereiche abgestoßen worden. Nun agiere das Unternehmen in drei operativen Geschäftsbereichen. Bekannt sei das Unternehmen vor allem für seine Arzneimittel.

In der Sparte Pharmaceuticals entwickle Bayer verschreibungspflichtige Medikamente in den Therapiegebieten Herz-Kreislauf, Onkologie, Gynäkologie, Hämatologie und Augenheilkunde. In diesem Bereich habe der Konzern zuletzt eine Zulassung des Krebsmedikamentes Darolutamid in Japan gemeldet. Nach den USA und Brasilien sei das ein weiterer Markt, auf dem das Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs verkauft werden dürfe. Die Nachricht unterstreicht unsere positive Einschätzung zur Produktpipeline, so Oliver Saake, Leiter Produktmanagement Strukturierte Produkte bei der DZ BANK.

Freiverkäufliche Arzneimittel und Gesundheitsprodukte seien das Betätigungsfeld der Konzernsparte Consumer Health. Rechne man die Umsätze aus den beiden Medizinsparten zusammen, würden sie mit rund 53% nach wie vor den größten Umsatzanteil ausmachen. Die Sparte Pharmaceuticals sei außerdem weiterhin die profitabelste.

Durch Übernahmen, wie die von Monsanto, habe der Konzern den Bereich Crop Science (u.a. Herbizide, Insektizide und Saatgut) massiv erweitert, weshalb dieser von den drei Sparten inzwischen zur größten Umsatzquelle geworden sei. In den vergangenen Jahren hätten allerdings die negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem Monsanto-Herbizid Glyphosat den Kurs der Bayer-Aktie belastet. Insbesondere Schadensersatzklagen und die damit verbundenen ungewissen finanziellen Belastungen hätten zu Unsicherheit geführt. Dieses Risiko bleibe weiterhin bestehen.

Allerdings hätten sich zuletzt die Hoffnungen auf einen baldigen Vergleich verstärkt. Demnach könnte in den nächsten Wochen eine Einigung zwischen Bayer und den Klägern erzielt werden. Ein Risiko bleibe jedoch die Höhe möglicher Zahlungen. Sollten sie jedoch im Rahmen bleiben, könnte dieses Kapitel abgeschlossen werden. Die Investoren könnten sich dann wieder auf die operativen Geschäfte konzentrieren. Und diesbezüglich sehe Oliver Saake das Life-Science-Unternehmen gut positioniert. Es dürfte langfristig von Megatrends wie einer weltweit kontinuierlich wachsenden und immer älter werdenden Bevölkerung profitieren. Das schließe auch den steigenden Bedarf an einer effizienten Erzeugung von Nahrungsmitteln mit ein, die das Geschäftsfeld Crop Science adressiere. Finanziell erwarte Bayer in den nächsten Jahren zudem, massive Synergiepotenziale zu heben. Zudem sollte der Cashflow von 2019 bis 2022 deutlich anziehen, was dem Unternehmen unter anderem den Spielraum gebe, die relativ hohe Verschuldung zu senken.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage stünden Anlegern verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der Bayer AG als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 28.12.2020 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 65,00 Euro und einer Zinszahlung von 5,70% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 28.12.2020, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Bayer AG. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 6,07 Euro belaufen. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Bayer AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Liege der Schlusskurs der Aktie der Bayer AG an der Börse XETRA Frankfurt am 18.12.2020 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 65,00 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Liege der Referenzpreis unter dem Basispreis, erhalte der Anleger eine durch das Bezugsverhältnis (15,385) bestimmte Anzahl von Aktien der Bayer AG. Es würden keine Bruchteile von Aktien geliefert. Für diese erhalte der Anleger eine Zahlung eines Ausgleichsbetrags pro Aktienanleihe. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich des Ausgleichsbetrags werde unter dem Nennbetrag liegen. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der Bayer AG am Rückzahlungstermin zuzüglich des Ausgleichsbetrags und der Zinszahlung unter dem Erwerbspreis der Aktienanleihe liege.

Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals sei möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust trete ein, wenn der Schlusskurs der Aktie, die der Aktienanleihe zugrunde liege (Basiswert), an der maßgeblichen Börse am Bewertungstag (Referenzpreis) null sei. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 31.01.2020) (03.02.2020/alc/a/a)
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