Anleihemarkt: Risikoscheu ist wieder da


03.01.20 17:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach einem risikofreudigen Jahresauftakt am gestrigen Donnerstag ist die Stimmung durch die Verschärfung des Konflikts zwischen USA und Iran gekippt, so die Deutsche Börse AG.

Die gezielte Tötung eines hochrangigen iranischen Generals durch US-Militär schüre die Sorgen vor einer Eskalation in der Golfregion. "Damit haben sich die frommen Hoffnungen auf ein ruhiges Jahr 2020 schon nach kurzer Zeit verflüchtigt", erkläre Chefstratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank.

Bundesanleihen seien wieder gefragt, die Rendite zehnjähriger Papiere falle auf minus 0,28 Prozent zurück. Gestern seien es nur noch minus 0,19 Prozent gewesen. "Die Anleihemärkte profitieren von der politischen Unsicherheit", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest.

Allerdings scheinen die Tiefs durchschritten: Im September hatte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei minus 0,71 Prozent gelegen, so die Deutsche Börse AG. Selbst dreißigjährige Anleihen hätten negativ rentiert. So sei die im August neu emittierte dreißigjährige Bundesanleihe mit einem Kupon von 0 Prozent bei einem Preis von 103,61 Prozent begeben worden, was für Käufer eine negative Rendite von 0,11 Prozent bedeutet habe.

Der aktuelle Rückgang sei laut Commerzbank nur temporär: "Am wahrscheinlichsten halten wir für 2020 weiter etwas steilere Zinsstrukturkurven durch einen (leichten) Anstieg der Renditen der längeren Laufzeiten." Dies trübe die Aussichten der Rentenanlage für 2020 erheblich.

Einen deutlichen Zinsanstieg erwarte aber kaum jemand. Damit dürfte die Suche nach höherrentierlichen Anlagen auch das neue Jahr prägen. Gefragt sei derzeit zum Beispiel eine Anleihe (ISIN XS1768074319 / WKN A19V3T) der Republik Rumänien mit Kupon von 3,375 Prozent und Laufzeit bis 2038, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Diese biete aktuell eine Rendite von 2,69 Prozent.

"Zwischen den Jahren" hätten Anleger zudem gerne zu Anleihen kleinerer und mittelgroßer Unternehmen gegriffen, wie Brunner beobachtet habe. "Die kommen fast durch die Bank gut an." Als Beispiele nenne der Händler Papiere der Deutschen Rohstoff AG mit Kupon von 5,25 Prozent und Fälligkeit 2024, Hertha BSC mit 6,5 Prozent bis 2023, Eyemaxx Real Estate (ISIN DE000A2YPEZ1 / WKN A2YPEZ) mit 5,5 Prozent bis 2024 und Media and Games Invest (ISIN DE000A2R4KF3 / WKN A2R4KF) mit 7 Prozent bis 2024. Daniel melde Kaufinteresse an der Anleihe (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) von FCR Immobilien mit Kupon von 5,25 Prozent und Fälligkeit 2024.

Gute Umsätze verzeichne Brunner zudem in einer Metro-Anleihe. Deren Kupon liege bei 1,5 Prozent, fällig sei der Bond 2025. (03.01.2020/alc/a/a)






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XS1768074319 A19V3T 116,44 € 86,89 €
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