Anleihen-Handel: Bonds in Fremdwährungen beliebt


02.12.19 12:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Handel mit Anleihen ist es ruhig geworden, das näher rückende Jahresende macht sich bemerkbar, so die Deutsche Börse AG.

"Wirkliche Bewegung könnten wohl nur etwaige Meldungen über mögliche spürbare Änderungen der EZB-Strategie bringen", meine Anleiheanalyst Markus Koch von der Commerzbank. Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe angekündigt, die geldpolitische Strategie mittelfristig überprüfen zu wollen, da das Inflationsziel von unter, aber nahe 2 Prozent klar verfehlt werde.

Zwar habe der US-Präsident mit der Unterstützung der Hongkonger Protestbewegung die Beziehungen zu Peking abermals belastet. Die Märkte würden sich aber betont gelassen zeigen, auf Bundesanleihen - in Krisensituationen traditionell der sichere Hafen - habe das kaum Auswirkungen: "Das bewegt sich alles in engen Bahnen", meine Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Anleger haben den Eindruck, dass sie nicht unbedingt agieren müssen."

Am Freitagmorgen (29.11.) habe die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei minus 0,36 Prozent gelegen. Das sei niedriger als in der ersten Novemberhälfte, aber noch weiter oberhalb der Tiefs vom August mit minus 0,74 Prozent.

Die Helaba rechne für das neue Jahr übrigens mit keiner großen Veränderung bei den Zinsen - selbst bei einer "zufrieden stellenden Konjunkturerholung": "Mit einer Abkehr vom geldpolitischen Dauerkrisenmodus ist nicht zu rechnen. Dafür steht insbesondere der neue EZB-Chefvolkswirt Philip Lane, der vor allem die latenten Konjunkturrisiken und die niedrigen Inflationserwartungen im Blick hat", erkläre die Bank in ihrem Ausblick auf 2020. "Die Kapitalmarktzinsen in Deutschland dürften sich daher auch 2020 überwiegend im negativen Bereich bewegen." Die Bank erwarte eine Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von minus 0,2 Prozent Ende 2020, begleitetet von einer insgesamt steileren Laufzeitenkurve.

Im Bereich der Unternehmensanleihen schauen Anleger angesichts des Niedrigzinsumfeldes hierzulande weiter über die Grenzen, so die Deutsche Börse AG. Gut ankomme laut Daniel zum Beispiel eine Anleihe (ISIN NZAIAD0230L0 / WKN A2RSFY) des neuseeländischen Flughafenbetreibers Auckland International Airport in Neuseeländischen Dollar. Der Bond biete 3,51 Prozent bis Oktober 2024. "Das wird gerne als Ergänzung im Portfolio genommen."

Neuemissionen habe es in der letzten Woche einige gegeben. "Allerdings haben alle eine hohe Stückelung", stelle Rainer Petz von Oddo Seydler fest.

Dafür seien gleich drei Anleihen von kleinen bzw. mittelgroßen Unternehmen in der Zeichnung - mit privatanlegerfreundlicher Stücklung: Eine komme vom Berliner B2B-Händler für hochwertige Smartphones UniDevice. Der Bond (ISIN DE000A254PV7 / WKN A254PV) laufe bis Dezember 2024 und bietet 6,5 Prozent, Zeichnungsende sei der 27. November.

Das Gewerbeimmobilienunternehmen PREOS Real Estate offeriere eine neue Wandelanleihe (ISIN DE000A254NA6 / WKN A254NA) mit Kupon von 7,5 Prozent, Laufzeit bis November 2024 und Zeichnungsfrist bis 4. Dezember. Die Neuemission (ISIN DE000A2YN3Q8 / WKN A2YN3Q) der Deutschen Rohstoff AG, die 2024 fällig sei und einen Kupon von 5,25 Prozent habe, könne ebenfalls noch bis zum 4. Dezember gezeichnet werden. (Ausgabe vom 29.11.2019) (02.12.2019/alc/a/a)





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