Anleihen-Handel: Bundesanleihen werden grüner


23.12.19 11:15
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die politische Beruhigung etwa im Brexit-Verfahren und Zollstreit zwischen China und den USA setzen Händler zufolge Bundesanleihen unter Druck, so die Deutsche Börse AG.

Im Verlauf der letzten Woche habe der Euro-Bund-Future von 172,15 auf 171,13 Prozent verloren. Anleger würden lieber zu US-Staatsanleihen verschiedener Laufzeiten greifen, wie Arthur Brunner von der ICF Bank feststelle. Das liege vor allem am Renditevorsprung von US-Treasuries. Zehnjährige Papiere kämen aktuell gegenüber vergleichbaren deutschen Staatsanleihen auf einen Mehrertrag von 2,17 Prozent. "Als Beimischung sind die US-Bonds für Anleger attraktiv."

Die von der Bundesfinanzagentur geplanten Emissionen für das kommende Jahr würden Brunner zufolge erstmals grüne Bundeswertpapiere enthalten, die für das zweite Halbjahr vorgesehen seien. "Mal sehen was da kommt." Zu den Anleihen im Volumen von insgesamt 210 Milliarden Euro plane Berlin zwischen 6 und 8 Milliarden Euro über inflationsindexierte Papiere aufzunehmen.

Eine zuvor angekündigte zweite Erhöhung des Reposatzes um 25 Basispunkte auf 0 Prozent in Schweden samt einer verbalen Absage an weitere Anhebungen in den kommenden Jahren sei laut HSBC für Anleger wenig überraschend gekommen. Die norwegische Norges-Bank habe zwar den Leitzins zunächst bei 1,5 Prozent belassen, habe aber Zinserhöhungen in 2020 nicht kategorisch ausgeschlossen. Auch die Bank of England habe am bisherigen Leitzins von 0,75 Prozent festgehalten. Zwei Mitglieder des Entscheidungsgremiums hätten sich aber erneut für eine Zinssenkung ausgesprochen. "Wir rechnen im Mai kommenden Jahres tatsächlich mit einer Senkung der Bank Rate um 25 Basispunkte", würden die HSBC-Analysten schreiben.

Die chinesischen Währungshüter hätten am Freitagmorgen den Leitzins entgegen der Erwartungen bei 4,15 Prozent belassen. Investoren hätten mit einer leichten Senkung um 5 Basispunkte gerechnet. Weitere Lockerungen werde es vermutlich im kommenden Jahr geben.

Im Handel mit Unternehmensanleihen informiere Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank über Interesse an Douglas. Nach der Donnerstag-Verkündung der Jahresergebnisse hätten sich Anleger zunächst etwa von einer in 2023 fälligen Douglas-Anleihe (ISIN XS1251078694 / WKN A161WQ) mit einer jährlichen Verzinsung von 8,75 Prozent getrennt und damit den Kurs bis auf 67 Prozent gedrückt. "Im Anschluss kletterte die Nachranganleihe wieder auf 73 Prozent."

Brunner spreche von Nachfrage nach einer bis 2022 laufenden Anleihe (ISIN XS1251078009 / WKN A161MW) der größten deutschen Parfümeriekette mit einem Kupon von 6,25 Prozent. Auch hier hätten Anleger zunächst verkauft und seien im Nachgang wieder eingestiegen. Derzeit sei der Bond für 99,17 Prozent zu haben (20.12.2019).

Nach 290 Millionen Euro Verlust im Vorjahr verbuche Douglas in diesem Jahr wieder einen Gewinn von 17 Millionen Euro. Damit sei nach Meinung von Konzernchefin Tina Müller das Fundament gelegt, das Unternehmen künftig erneut an die Börse zu bringen, falls der Finanzinvestor CVC als Eigner das so entscheide. Für das wachsende Online-Geschäft stelle sich Müller einen eigenen Online-Marktplatz vor, der Händlern wie Zalando Konkurrenz machen könnte.

Auf die gestrige Zustimmung der Aufsichtsräte zur Fusion von Fiat Chrysler und PSA hätten Anleihe-Investoren laut Gregor Daniel der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank eher mit Skepsis reagiert. Eine mit jährlich 2,375 Prozent verzinste Peugeot-Anleihe sei überwiegend rausgegangen.

Kaufnachfrage verbuche Daniel nach einem im Oktober 2026 fälligen Volkswagen-Wert mit einem Kupon von 2,25 Prozent. Ebenso positionierten sich Anleger immer mal wieder in einer bis November 2025 laufenden Semper idem Underberg-Anleihe mit einer jährlichen Verzinsung von 4 Prozent. "Kurz vor dem Jahresende beschäftigen sich Investoren traditionell intensiver mit Portfolioanpassungen und Glattstellungen von Positionen."

Eine junge fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2YN3Q8 / WKN A2YN3Q) der Deutschen Rohstoff mit einem jährlichen Zins von 5,25 Prozent komme bei Anlegern gut an und lande zumeist in den Depots, wie Brunner beobachte. "Der Wert wurde zu 100 Prozent ausgegeben und notiert aktuell um 102 Prozent."

Das Kaufinteresse an einer Hertha BSC-Anleihe mit einem Kupon von 6,5 Prozent schreibe Brunner dem Klinsmann-Effekt zu.

Gute Umsätze und überwiegend Käufe registriere der Händler in einer fünfjährigen, mit jährlich 5,5 Prozent verzinsten EYEMAXX Real Estate-Anleihe (ISIN DE000A2YPEZ1 / WKN A2YPEZ). (Ausgabe vom 20.12.2019) (23.12.2019/alc/a/a)





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