Anleihen-Handel: Renditen steigen wieder


22.02.21 11:15
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Preise von Gütern steigen, so die Deutsche Börse AG.

Auf diese Reflationierung würden Anleger nach Ansicht von Arthur Brunner von der ICF Bank tendenziell mit Verkäufen von Staatsanleihen zugunsten von Sachwerten wie Aktien reagieren. Als Folge nehme der Ertrag für Staatspapiere zu. "Zehnjährige US-Treasuries kommen aktuell auf 1,3 Prozent." Die Rendite gleich laufender japanischer Staatsanleihen habe in der letzten Woche den höchsten Stand seit über zwei Jahren erreicht.

Hierzulande musste die Bundesregierung Brunner zufolge für die Aufstockung einer 30-jährigen Anleihe im Volumen von 1,5 Milliarden Euro erstmals seit langem wieder einen positiven Zins bezahlen, so die Deutsche Börse AG. Mit Bestellungen in Höhe von "nur" 1,62 Milliarden Euro sei auch die Nachfrage vergleichsweise gering gewesen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future habe am Freitagmorgen bei 174,36 Punkten notiert, nach 175,43 Prozent zum Wochenauftakt.

Der im Monatsvergleich überraschend starke Auftrieb der deutschen Erzeugerpreise um 1,4 Prozent im Januar und 0,9 Prozent im Vorjahresvergleich sei für Brunner ein Vorläufer für die Verbraucherpreise. An den Finanzmärkten werde laut Michael Heise von HQ Trust zudem auch langfristig mit deutlich höherer Inflation gerechnet. Basierend auf dem "Five-Year-Five-Year-Forward"-Plan erwarteten Investoren für 2026 bis 2031 eine Teuerung von 2,4 Prozent in den USA. Mit 1,3 Prozent planten Anleger für Europa einen niedrigeren Wert ein.

Im Handel mit Unternehmensanleihen sehe Brunner rege Nachfrage nach hochverzinslichen Papieren. Interesse bestehe etwa an einem 80 Millionen Euro schweren, bis Februar 2024 laufenden Mutares-Bond, der jährlich 6 Prozent bringe. Auch eine im Juli 2022 fällige Paragon-Anleihe mit einem Kupon von 4,5 Prozent werde gekauft. Nach gut 68 Prozent zum Wochenbeginn koste das Papier aktuell 75 Prozent. Zu den Favoriten zählten zudem Bonds der SGL TransGroup, Tempton Personaldienstleistungen und Gross & Partner (ISIN DE000A254N04 / WKN A254N0). Ein neues The Grounds Real Estate Development-Papier (ISIN DE000A3H3FH2 / WKN A3H3FH) komme ebenfalls gut an.

Als sehr beliebt bezeichne Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank eine Anleihe (ISIN DE000A2TEDB8 / WKN A2TEDB) von thyssenkrupp mit einem Kupon von 2,875 Prozent. Das Verhandlungsende mit Liberty Steel über den Verkauf des Stahlgeschäfts habe anders als bei der Aktie kaum negative Kursreaktionen bei diesem Papier. "Verunsicherung ist nicht spürbar."

Dem gegenüber hätten Anleger zunächst verschnupft auf Meldungen über eine BaFin-Untersuchung hinsichtlich einer von K+S im November vorgenommenen Sonderabschreibung in Höhe von zwei Milliarden Euro reagiert. "Eine Anleihe (ISIN DE000A1PGZ82 / WKN A1PGZ8) des Unternehmens kam deutlich unter Druck", berichte Brunner. Mittlerweile habe sich der Wert wieder etwas stabilisiert. Dennoch herrsche Unsicherheit bezüglich der Bilanzierung. "Anleger reagieren sehr sensibel auf schlechte Nachrichten."

Mit ihrer neuen Hybrid-Anleihe (ISIN DE0007667107/ WKN766710) habe die Vossloh AG laut Rainer Petz von Oddo BHF 150 Millionen Euro erfolgreich am Kapitalmarkt eingesammelt. Die Nachfrage sei groß ausgefallen, deshalb bewege sich der Zinssatz die kommenden fünf Jahre mit 4 Prozent am unteren Ende der vorgesehenen Spanne.

Seit Dienstag letzter Woche bis voraussichtlich 11. März könne eine neue, fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A3H2T47 / WKN A3H2T4) von Ramfort mit einem Kupon von 6,75 Prozent an der Börse Frankfurt gezeichnet werden. Das Unternehmen plane die Aufnahme von insgesamt 10 Millionen Euro bei einer Mindestanlange von 1.000 Euro. Die Erlöse der Emission würden laut dem Unternehmen zum größten Teil in Wohn- und Büroimmobilien fließen. Insgesamt solle so der Gesamtbestand innerhalb der kommenden drei Jahre auf über 100 Millionen Euro wachsen. (Ausgabe vom 19.02.2021) (22.02.2021/alc/a/a)





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