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Australien: Seit 1996 liegt die Inflation im Schnitt bei 2,4 Prozent


16.09.20 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Seit dem Jackson Hole-Symposium ist das nun als Durchschnitt definierte Inflationsziel der FED in aller Munde, so die Analysten von Postbank Research.

In Australien sei das Ziel der Zentralbank jedoch schon seit 1996, "eine Inflationsrate von durchschnittlich zwei bis drei Prozent zu erreichen". Dieses Ziel sei bisher auch erreicht worden, seit 1996 liege die Inflation im Schnitt bei 2,4 Prozent. Allerdings habe die beharrliche Verfolgung des höheren Inflationsziels auch zu einem exzessiven Kreditwachstum und steigenden Immobilienpreisen geführt. Daher zeige sich die Zentralbank bereits seit 2016 besorgt über die Finanzstabilität und habe sich mit geldpolitischen Lockerungen weitestgehend zurückgehalten. Dadurch habe die Inflation im Durchschnitt der letzten fünf Jahre nur noch 1,6 Prozent betragen.

Damit zeige sich an dem Beispiel Australiens, dass ein durchschnittliches Inflationsziel der Zentralbank nur dann zusätzliche Flexibilität biete, wenn es zu vorübergehenden Inflationsschocks komme. Falls es einen strukturellen Abwärtstrend der Inflation gebe, wie es in den letzten Jahren der Fall gewesen sei, würden Konflikte zwischen den verschiedenen Zielen des Mandats der Bank immer wahrscheinlicher. Wenn sie ihr Inflationsziel langfristig erreichen wolle, werde die Notenbank diese Abweichung vom Zielwert jedoch trotz der Sorgen um die Finanzstabilität ausgleichen müssen. Zwar spreche dies für eine strukturell lockerere Geldpolitik, der Australische Dollar sollte in den kommenden Monaten jedoch durch die Konjunkturerholung sowie die robuste Rohstoffnachfrage Chinas gestützt werden. (16.09.2020/alc/a/a)