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Australiens Zentralbank unter Druck


16.05.19 12:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit rund zwei Jahren geht die Arbeitslosenquote in Australien kontinuierlich zurück, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Stärke des Arbeitsmarkts habe der Zentralbank bisher als Grund gedient, von Leitzinssenkungen abzusehen. Die Argumentation: Die robuste Beschäftigungssituation sollte die Belastung des privaten Konsums durch den anhaltenden Rückgang der Immobilienpreise abmildern. Derzeit würden sich jedoch die Anzeichen einer Abschwächung am Arbeitsmarkt mehren. Zum einen sei die Beschäftigungskomponente des NAB-Wirtschaftsindex auf ein Zweijahrestief gefallen. Zusätzlich sei das Lohnwachstum im ersten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Zentralbank gerate damit zunehmend unter Druck, der Markt preise bis Jahresende basierend auf Terminkontrakten bereits zwei Leitzinssenkungen ein.

Bei den für Samstag angesetzten Parlamentswahlen führe zudem die Labor Partei, die Steuervergünstigungen für Immobilieninvestoren abschaffen wolle. Das könnte den Preisverfall am Immobilienmarkt noch verstärken. Die Auswirkungen dürften jedoch nicht vor 2020 spürbar sein. Beide Parteien hätten hingegen Steuererleichterungen angekündigt, die den Konsum stützen sollten. Die heutigen Daten zur Arbeitslosigkeit im April dürften unverändert niedrig bei fünf Prozent liegen. Entgegen der Marktmeinung habe die Zentralbank damit noch Spielraum, um von Leitzinssenkungen abzusehen. (16.05.2019/alc/a/a)