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Bank of England: Der Druck, die Geldpolitik zu lockern, sinkt


16.09.20 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der britische Premierminister hat seinen Plan zur Aushebelung des EU-Austrittsabkommens, durch das unter anderem eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland vermieden werden soll, erfolgreich vorangetrieben, so die Analysten von Postbank Research.

Das umstrittene Gesetz habe mit klarer Mehrheit das Unterhaus passiert. Bevor es in Kraft treten könne, müsse noch das britische Oberhaus zustimmen. Derweil seien nach den starken Produktions- und Bruttoinlandsproduktzahlen Ende letzter Woche auch neue Daten zum Arbeitsmarkt in Großbritannien überraschend gut ausgefallen. Die Arbeitslosenquote sei nur leicht gestiegen, von 3,9 Prozent im Juni auf 4,1 Prozent im Juli. Gleichzeitig hätten sich die Jobverluste in Grenzen gehalten. Anstelle der erwarteten 125.000 Arbeitsplätze seien im Juli nur 12.000 verloren gegangen. Zwar dürften sich die Zahlen verschlechtern, wenn die Regelungen zur Beschäftigungssicherung ab August zurückgefahren würden. Erste Daten würden aber darauf hindeuten, dass der befürchtete Sprung bei den Arbeitslosenzahlen ausbleiben könnte. Offensichtlich kehre der überwiegende Teil der Arbeitskräfte nach der staatlich geförderten Beschäftigungspause wieder an den alten Arbeitsplatz zurück.

Für die Bank of England sinke damit der Druck, auf der morgigen Sitzung die Geldpolitik zu lockern. Dennoch dürften weitere Maßnahmen nicht vom Tisch sein, solange zum Jahresende ein harter Brexit drohe und die Pandemie im Land nicht vollständig unter Kontrolle sei. (16.09.2020/alc/a/a)