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Bank of England dämpft Erwartungen, EZB sieht steigende Risiken


11.02.19 13:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England blieb letzte Woche bei ihrer aktuellen Geldpolitik, so die Analysten der NORD LB.

Dies überrasche wenig, da sie im Grunde genommen nur abwarten könne, was die britische Politik dieses Jahr noch anrichten werde. Gouverneur Carney habe auch relativ klare Worte über den "Nebel des Brexit" in Bezug auf die Unsicherheit gefunden. Die Prognosen für Wachstum und Inflation der Notenbank seien aktuell deutlich heruntergenommen worden. Sie würden allerdings nach Erachten der Analysten der NORD LB immer noch für ein optimistisches Ergebnis des Brexit gelten. Allein die heutige Veröffentlichung des BIP auf der Insel habe mit 0,2% Q/Q (sb) schon unter den Erwartungen selbst der Notenbank geblieben. Vorsicht heiße auch die Devise bei den Zentralbankern auf dem Kontinent.

Letzten Donnerstag veröffentlichte die Europäische Zentralbank ihr "Economic Bulletin". Darin sei sie - wenig überraschend - in der Tonlage der EZB Sitzung vom Januar geblieben. Die Daten hätten auf eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik hingewiesen. Die Negativ-Risiken wären gestiegen angesichts der Geopolitik, des zunehmenden Protektionismus, der Entwicklung in den Emerging Markets und der erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten. Diese Risiken dürften auch der Faktor sein, der derzeit an den langen Bund-Renditen nagen.

Obendrein würden auch die innereuropäischen Probleme steigen, so mache Italien derzeit wieder Sorgen - die Industrieproduktion für Dezember enttäuschte mit -5,5% Y/Y (sa), die Regierung in Rom provoziert Frankreich und bringe "interessante" Themen wie die Verwertung der Goldreserven auf die Agenda. Negative Impulse würden also anhalten. Auch EZB-Vizepräsident Luis de Guindos habe in einer heutigen Rede abermals die Risiken betont. Er sei aber bei der Redewendung geblieben, dass die Zinsen bis zum Sommer niedrig bleiben sollten. In Bezug auf die diskutierten TLTRO habe er zu Protokoll gegeben, dass diese zwar nicht diskutiert worden seien, das Programm aber in den kommenden Monaten analysiert werde. (11.02.2019/alc/a/a)