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Bank of Japan: Warten auf Trump und Xi


15.03.19 11:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die japanische Notenbank hat die Finanzmärkte mit ihrer aktuellen Zinsentscheidung nicht überrascht, so Tobias Basse von der Nord LB.

Erwartungsgemäß sei das Leitzinsniveau unverändert belassen worden. Auch die Zielrendite von Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren sei von der Notenbank nicht angepasst worden. Das Abstimmungsergebnis habe die Marktteilnehmer mit einem Resultat von sieben zu zwei Stimmen ebenfalls nicht überrascht. Vor allem Goushi Kataoka fordere aus Sorge um die Wirtschaft offenbar die Umsetzung zusätzlicher geldpolitischer Maßnahmen. Auch Yutaka Harada habe gegen den Beschluss votiert. Dieser scheine sich allerdings vor allem am zu niedrigen Preisauftrieb zu stören. Da die Regierung in Tokio in der Frage der Erreichung des Inflationsziels von 2,0% Y/Y mittlerweile weniger Druck auszuüben scheine, müsste die Zentralbank inzwischen wohl über noch etwas mehr Spielraum zum Zögern verfügen.

Die Offiziellen der Bank of Japan hätten am aktuellen Rand gewisse Anpassungen an ihrer Beurteilung der ökonomischen Lage des Landes vorgenommen. Damit hat man vor allem auf die aktuellen Meldungen von Konjunkturdaten reagiert, die schon in die Richtung von erhöhten Risiken für die Wirtschaftsentwicklung in Japan zu deuten scheinen, so die Analysten der Nord LB. In diesem Kontext sei festzuhalten, dass die Zentralbank die Ursache für die zuletzt zu beobachtenden Schwächetendenzen vor allem im Ausland zu verorten scheine.

Die Notenbanker scheinen grundsätzlich zu glauben, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China ein signifikanter Belastungsfaktor für die japanische Wirtschaft sein dürfte, so die Analysten der Nord LB. Mit einer Einigung zwischen Washington und Peking könnte sich der Handlungsdruck auf die Bank of Japan also wieder verringern. Darauf scheine der Notenbankchef Haruhiko Kuroda offenkundig auch zu hoffen.

Zuletzt hätten sich in der Tat Signale ergeben, die in Richtung von signifikanten Fortschritten bei den Gesprächen zwischen den USA und China deuten würden. So scheine es in Peking inzwischen Bewegung beim Schutz von geistigen Eigentumsrechten zu geben. Allerdings seien wohl noch einige sehr komplexe Fragestellungen im Detail zu klären. Insofern scheinen uns die Finanzmärkte mit etwas zu großem Optimismus auf die Verhandlungen zu blicken, so die Analysten der Nord LB. Die Analysten würden in der Tat nicht erwarten, dass sich Donald Trump und Xi Jinping noch im März begegnen würden. Auch die jüngsten Signale aus dem Umfeld der chinesischen Führung würden inzwischen eher in Richtung eines Treffens der beiden Staatschefs im April deuten.

Die japanische Notenbank habe erwartungsgemäß keine Anpassungen an ihrer geldpolitischen Ausrichtung vorgenommen. Das ökonomische Umfeld hat sich zwar etwas eingetrübt, die Offiziellen der Zentralbank scheinen aber darauf zu setzen, dass die wahrscheinlich bevorstehende Einigung im Handelskonflikt zwischen Washington und Peking die aktuellen ökonomischen Probleme Japans hinreichend verringern wird, so die Analysten der Nord LB. (15.03.2019/alc/a/a)