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Bank of Japan sorgt sich um die heimischen Unternehmen


29.06.20 12:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Erwartungsgemäß hat die Bank of Japan jüngst abermals keine Anpassungen an ihrer Zinspolitik vorgenommen, so die Analysten der Nord LB.

Der "traditionelle" Leitzins und die Zielrendite für japanische Staatsanleihen im Laufzeitband 10 Jahre würden damit weiterhin auf unverändertem Niveau bleiben. Auch bei den "klassischen" Kaufprogrammen der Notenbank seien keine Anpassungen vorgenommen worden. Allerdings hätten die in Tokio für die japanische Geldpolitik maßgeblich verantwortlichen Personen beschlossen, ihr Kreditpaket zur Verbesserung der Liquiditätssituation der heimischen Unternehmen hochzufahren. Damit werde klar, dass sich die Bank of Japan weiterhin aktiv gegen die negativen ökonomischen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie stemmen wolle.

Die Aufwärtsrevision der japanischen BIP-Zahlen für das 1. Quartal werfe ein positiveres Licht auf die Ökonomie des Inselstaates. Die nun gemachten neuen Angaben würden eine Schrumpfung der ökonomischen Aktivität um "lediglich" 0,6% Q/Q anzeigen. Zuvor sei noch eine Veränderungsrate von -0,9% Q/Q gemeldet worden. Die Marktteilnehmer hätten entsprechende Entwicklungen allerdings bereits sehr weitgehend erwartet. Zudem müssten mögliche Datenverzerrungen bei der Interpretation dieser BIP-Zahlen aus Japan berücksichtigt werden. Weiterhin sei festzuhalten, dass die Ökonomie des Landes im 2. Quartal auch noch spürbar unter dem Coronavirus leiden werde. Zwar habe Japan die Krise gut in den Griff bekommen, ab April habe man aber zwischenzeitlich schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Erkrankung implementieren müssen. Dies dürfte auch zu wirtschaftlichen Belastungen geführt haben. Zudem sollte die exportorientierte japanische Wirtschaft unter den Problemen in Europa und Nordamerika gelitten haben. Im Juni würden zudem Sorgen bezüglich einer möglichen zweiten Welle von Infektionen aufkommen, was die Binnennachfrage belastet haben könnte.

Die durch das Virus ausgelöste globale Krise helfe der "Low-Beta-Währung" Yen ganz grundsätzlich. Die japanische Wirtschaft laufe zwar besser, als noch zu Beginn des Jahres 2020 vom FX-Segment generell erwartet worden sei, dieses Faktum löse jedoch per se noch keinen Abwertungsdruck auf den Yen aus. Nun müsse die US-Wirtschaft genau im Auge behalten. Sollten hier weitere positive Überraschungen zu beobachten sein, würde die aktuelle Stärke des Yen sicherlich zunehmend schwinden. (Ausgabe Juli 2020) (29.06.2020/alc/a/a)