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Bankanleihen 2019: Europäische Banken vor Balance-Akt


11.01.19 12:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das relativ solide wirtschaftliche Umfeld in unserem volkswirtschaftlichen Haupt-Szenario für 20192 sollte die Bonität europäischer Banken weiter stützen, so die Analysten der Helaba.

Beim Eigenkapital würden die Analysten allerdings keine nennenswerten Steigerungen mehr erwarten, da insbesondere große Institute inzwischen ihre Zielquoten erreicht hätten oder kurz davor stünden. Ferner sei der Kreditzyklus weit vorangeschritten. Der moderate Zinsanstieg im Jahresverlauf dürfte zwar die Erträge stützen, aber auch für ein Ende der zuletzt historisch niedrigen Kreditrisikokosten sorgen. In manchen Bereichen hätten sich die Risiken bereits merklich erhöht. Gut diversifizierte große Banken dürften diese nach Erachten der Analysten besser abfedern können als kleine Institute mit regionalem Fokus.

Immerhin sei der Sektor insgesamt robust aufgestellt. Vor allem große Institute hätten ihre Hausaufgaben gemacht und Bail-in-Kapital aufgebaut. Aus Sicht der Analysten habe auch der erheblich verbesserte institutionelle Rahmen die Krisenfestigkeit des Bankensektors erfreulich gestärkt. Durch die anstehende Reform des europäischen Stabilitätsmechanismus ESM werde dieser noch weiter ausgebaut. Nachholbedarf bei der Emission von Schuldtiteln zur Erreichung der regulatorischen Mindestkapitalforderungen bestehe aber noch vielfach bei mittelgroßen und kleinen Instituten.

Europaweit gebe es allerdings weiterhin enorme Unterschiede bei der Bilanzqualität. Einige Banken - insbesondere in Südeuropa - hätten mit hohen Beständen an notleidenden Krediten zu kämpfen. Die Analysten der Helaba führen die nationalen Divergenzen maßgeblich auf unterschiedliche strukturelle, politische und regulatorische Rahmensetzungen zurück. Verbunden mit teils schwachen Geschäftsmodellen sähen sie darin ein Haupthindernis für grenzüberschreitende Fusionen.

Der fortgesetzte Bedarf nach Bail-in fähigen Bonds, steigende Fälligkeiten und das Auslaufen der TLTRO-Programme der EZB würden nach Erachten der Analysten 2019 für steigende Emissionen erstrangig unbesicherter Bankanleihen sprechen. Bei den Spreads würden sie trotz der Erwartung einer soliden Bonitätsentwicklung von einem leichten Anstieg ausgehen. Gründe hierfür seien u.a. hohe Emissionsvolumina, der Ausstieg der EZB aus der ultra-lockeren Geldpolitik und kurzfristig eine Fortsetzung des unfreundlichen Marktumfeldes. Belastend seien derzeit noch der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Brexit. Die Analysten der Helaba empfehlen, bei der Auswahl der Bonds auf hohe Qualität zu setzen. (11.01.2019/alc/a/a)