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Britisches Unterhaus stimmt für Bexit-Aufschub


15.03.19 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet hat sich gestern das Britische Unterhaus dafür entschieden, bei der EU um einen Aufschub des Brexits anzusuchen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Ein zweites Referendum sei klar abgelehnt worden. Premierministerin May wolle mit dem Ergebnis zwei Optionen verknüpfen. Entweder stimme das Unterhaus nächste Woche ihrem Deal zu. Der Austritt solle sich dann nur wenige Wochen verzögern (zur Erledigung technischer Details). Oder ihr Verhandlungsergebnis werde auch im dritten Anlauf abgelehnt. In diesem Fall solle der Brexit lange aufgeschoben werden, sodass sich politische Vertreter erst auf eine mehrheitsfähige Variante einigen könnten, die dann mit der EU zu verhandeln wäre. Mit dieser Strategie versuche May vor allem die Brexit/Hardliner der eigenen Regierung doch noch auf ihre Seite zu ziehen (Konservative der ERG, nordirische DUP). Die Aussicht auf eine jahrelange Verzögerung bis hin zum Scheitern des Brexits bzw. die steigenden Chancen für einen Soft/Brexit könnten schwerer wiegen als die Bedenken zum May-Deal (Backstop Lösung). Es bleibe spannend, ob May ihre Strategie durchsetzen könne und am Ende den Poker um den Brexit gewinne, oder ob zuvor das Parlament doch eine andere Vorgehensweise bestimme (sei gestern knapp abgelehnt worden).

Die heutigen relevanten Daten würden allesamt aus den USA (Empire State Index, Industrieproduktion, offene Stellen, Konsumentenvertrauen) stammen.

Am Ratingkalender seien vermerkt: Italien (Baa3 (s)) bei Moody’s; Österreich (AA+(s)), Finnland (AA+(s)) und Portugal (BBB-(p)) bei S&P. (15.03.2019/alc/a/a)