Continental-Unternehmensanleihe: Renditestarke Anlage mit spekulativem Charakter


24.02.12 08:49
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Rafal Kulis von Anleihencheck Research hält eine Anleihe (ISIN DE000A1AY2A0 / WKN A1AY2A) von Continental für eine renditestarke Anlage mit spekulativem Charakter.

Die Anleihe habe noch eine Laufzeit bis zum 15. Juli 2015 und sei mit einem Kupon von 8,5% ausgestattet. Aus dem gestrigen Schlusskurs von 109,80% resultiere eine starke jährliche Rendite von 5,347%.

Die Continental AG sei ein Konzern der Automobilzulieferbranche mit Sitz in Hannover. Das Unternehmen betreibe über 200 Standorte in 46 Ländern. In den vergangenen zehn Jahren habe sich der Konzern vom reinen Reifenhersteller zu einem der größten Automobilzulieferer weltweit entwickelt.

Mit der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung habe Continental die Anleger sehr erfreut, denn nach drei Jahren Pause sollten die Aktionäre wieder am Gewinn beteiligt werden. Die Finanzkrise und die Übernahmeschlacht mit Schaeffler habe die Hannoveraner in den vergangenen Jahren viel Kraft gekostet, doch mittlerweile scheine der Autozulieferer wieder zur alten Stärke zurückgefunden zu haben. Das Geschäft wachse stärker als die Märkte, in denen das Unternehmen aktiv sei. "Wir haben vor allem von unserer Aufstellung entlang der Megatrends der Automobilindustrie profitiert: Sicherheit, Umweltschutz bzw. CO2-Reduzierung über geringeren Kraftstoffverbrauch sowie Informationstechnologien sowie den Trend insbesondere in Schwellenländern zu erschwinglichen Fahrzeugen. Das bedeutet, dass wir als Zulieferer von den immer höheren Anforderungen an die Sicherheit profitieren", so ein Continental-Sprecher.

Auch der von vielen Marktbeobachtern erwatete steigende Kostendruck in der europäischen Automobilzulieferbranche, der die Gewinnsituation der Unternehmen belasten würde, und die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung würden die Gesellschaft kalt lassen: "Wir halten eine hohe Flexibilität in unserer Produktion vor, so dass wir im Falle einer deutlichen Abkühlung entsprechend reagieren könnten. Wir haben 2008/2009 gezeigt, dass wir dieses Thema gut im Griff haben. Hinzukommt die Fähigkeit, gerade im Reifenbereich die Preissteigerungen bei Rohstoffen wie Naturkautschuk, in jüngster Zeit aber auch ölbasierten Reifenbestandteilen über Preiserhöhungen direkt an den Endverbraucher weiterzugeben. Zudem arbeiten wir stetig an einer Verbesserung unserer Kostenstrukturen. Auch das ist uns in den vergangenen Jahren gut gelungen."

Continental habe nach der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, die den Konzern arg gebeutelt habe, zu einer fulminanten Aufholjagd angesetzt. Die letzten Meldungen seien zweifellos positiv zu werten und gleichzeiteig eine klare Botschaft an die Investoren, dass die mageren Jahre vorbei sein dürften. Der einzige Kratzer in der Continental-Story sei zurzeit nur die nach wie vor relativ hohe Verschuldung des Konzerns, obwohl auch hier hätten die Hannoveraner gute Fortschritte machen können. "Wir haben unsere Finanzverschuldung deutlich abgebaut und unseren Dividendenvorschlag von 1,50 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2011 deshalb unterbreitet, weil unsere operative Stärke nicht nur die Dividendenzahlung ermöglicht, sondern wir im laufenden Geschäftsjahr auch unsere Finanzverschuldung weiter abbauen und unverändert kräftig investieren können. Unsere operative Stärke macht den weiteren Schuldenabbau möglich", erkläre ein Continental-Sprecher.

Vor diesem Hintergrund erachten die Analysten von Anleihencheck Research die oben erwähnte Anleihe auf Continental als eine renditestarke Anlage mit spekulativem Charakter. (24.02.2012/alc/a/a)