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Coronavirus bringt globale Konjunktur ins Stottern


17.02.20 10:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In Festlandchina trifft die Ausweitung des Coronavirus die Wirtschaft gleich zweifach, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Zahl der mit dem neuen Coronavirus Infizierten sei ungleich höher als in anderen Ländern. Die Behörden hätten darauf mit umfangreichen Schutzvorkehrungen reagiert, die sie nur behutsam lockern würden. In diesem Umfeld hätten die Analysten ihre BIP-Prognose für 2020 von 5,8% auf 5,3% zurückgenommen. Die Analysten würden in ihrem Basisszenario davon ausgehen, dass der Virusausbruch in Festlandchina im 1. Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreiche. Im Vergleich zur jeweiligen Vorjahresperiode würden sie von Januar bis März mit einem BIP-Plus von 4,1% rechnen, gefolgt von 5,1% im 2. Quartal.

Anschließend würden die Analysten in der zweiten Jahreshälfte aber wieder ein beschleunigtes Wachstum von 5,9% im Jahresvergleich sehen, damit würde aber weiter nicht an die Zuwächse der Vorjahresquartale angeknüpft. Angesichts des flacher erwarteten Konjunkturverlaufs in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hätten die Analysten auch ihre Annahme über das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr auf 2,3% gesenkt (zuvor: 2,5%).

Um die Konjunktur in Festlandchina gegen dämpfende Effekte durch das Coronavirus zu stabilisieren, würden umfangreiche fiskal- und geldpolitische Lockerungen notwendig sein. Am Wochenende habe die Notenbank bereits 1-jährige Kredite zu 3,15% zu Verfügung gestellt, der niedrigste Zinssatz seit 2017. Zudem würden die Analysten mit einer Rücknahme des Leitzinses um insgesamt 40 BP auf 3,75% bis Ende 2020 rechnen. Am Donnerstag würden sie dabei von einer Senkung von 4,15% auf 4,05% ausgehen. (17.02.2020/alc/a/a)