Covered Bonds: Erneut nur am Dienstag Transaktionen am Primärmarkt


15.05.19 10:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Wie bereits in der vorherigen Woche wurde auch in den vergangenen fünf Handelstagen der Primärmarkt nur am Dienstag bedient, so Henning Walten und Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

Während die UniCredit Bank aus Deutschland einen Bond (ISIN DE000HV2ASK2 / WKN HV2ASK) mit einer Laufzeit von 15 Jahren erfolgreich habe platzieren können, habe die Hypo Vorarlberg Bank (ISIN XS1999728394 / WKN nicht bekannt) mit acht Jahren eine deutlich kürzere Laufzeit gewählt. Die UniCredit Bank habe ihren Investoren bereits die zweite Benchmark im laufenden Jahr offeriert, wohingegen sich der österreichische Emittent das dritte Jahr in Folge mit Benchmarks im Laufzeitbereich sieben bis acht Jahre am Markt gezeigt habe. Mit einem Orderbuch von über EUR 2,5 Mrd. sei die Nachfrage, wie zuletzt üblich, deutlich größer als das angebotene Volumen von EUR 500 Mio. gewesen. Dadurch habe der Reoffer-Spread letzten Endes fünf Basispunkte enger bei ms +6 Bp festgesetzt werden können. Auch der UniCredit Bank Bond (EUR 1,0 Mrd.) habe eine hohe Nachfrage generiert, womit diese Emission fast doppelt überzeichnet gewesen sei, anders als bei der Emission aus Österreich sei hier das finale Volumen des Bonds zur Buchöffnung noch ungewiss gewesen. Ausgehend von einer anfänglichen Guidance von ms +10 Bp area sei das Pricing bei ms +8 Bp erfolgt.

Vergangenen Donnerstag sahen wir das bereits erwartete Covered Bond-Debüt aus Rumänien, so die Analysten der NORD/LB. Die Alpha Bank Romania habe einen EUR 200 Mio. großen Bond mit variablem Coupon (6M-EURIBOR +150 Bp) und einer Laufzeit von fünf Jahren emittiert.

Mit Blick auf bevorstehende Emissionen habe die australische Bank of Queensland vergangene Woche für eine Roadshow ab dem 20. Mai mandatiert, auf welche dann eine Emission einer EUR-Benchmark folgen solle. Der Emittent verfüge mit seiner derzeit ausstehenden EUR-Benchmark (BQDAU 0,5 07/10/22) über den einzigen australischen Covered Bond mit einer CPT-Struktur und strebe diese Struktur auch für die geplante Emission an.

Aus UK sahen wir in den vergangenen Tagen zudem erneut zwei GBP-Benchmarks, so die Analysten der NORD/LB. Die Barclays Bank habe ein Volumen von G BP 500 Mio. und eine Laufzeit von vier Jahren gewählt und den Reoffer-Spread des floating Bonds final bei SONIA +48 Bp festsetzen können. Die Lloyds Bank habe mit GBP 1,25 Mrd. ein größeres Volumen und mit fünf Jahren eine längere Restlaufzeit als die Barclays Bank gewählt, wodurch das Pricing auch leicht weiter bei SONIA +57 Bp gelegen habe.

Nachdem die ING Bank Hipoteczny bereits zum Jahreswechsel die Erlaubnis von der polnischen Finanzaufsichtsbehörde erhalten habe, habe der potenzielle Emittent nunmehr ein Covered Bond-Debüt für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt. Auch wenn ING Bank Hipoteczny in heimischer Währung aktiv werde (PLN 500 Mio. bzw. umgerechnet EUR 130 Mio.) würden die Analysten der NORD/LB diesen avisierten Zugang am polnischen Covered Bond-Markt ausdrücklich begrüßen. Schließlich sollte damit zu rechnen sein, dass ING Bank Hipoteczny perspektivisch auch in Euro denominierte Covered Bonds im Benchmark- und/oder Subbenchmarkformat begeben werde, da dies den Zugang zu einer breiteren Investorenbasis bedeuten würde.

Die Ratingagentur S&P habe auf die Übernahme der Dexia Kommunalbank durch den Helaba-Konzern vom 2. Mai reagiert und das Rating des unter dem neuen Namen KOFIBA-Kommunalfinanzierungsbank firmierenden Instituts angepasst. Seien die Öffentlichen Pfandbriefe der Dexia Kommunalbank Deutschland seitens S&P noch mit A- beurteilt worden, führe die nun bestehende Zugehörigkeit zur Helaba zu einem Rating-Upgrade von fünf Notches auf AA+. Mit der gestrigen Ankündigung ändere sich dabei nicht nur das Rating, viel mehr ändere sich durch das Upgrade auch die LCR-Einstufung sowie das anzuwendende präferierte Risikogewicht gemäß CRR. Die Öffentlichen Pfandbriefe der KOFIBA würden sich künftig als Level 1-Asset (Haircut 7%) eignen und unterlägen einem bevorzugten Risikogewicht von 10%. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, das damit auch die Angaben bezüglich des LCR-Levels und des Risikogewichts in unserer "Transparenzvorschrift § 28 PfandBG Q1/2019" seit Dienstag nicht mehr aktuell sind, auch wenn die Studie aufgrund des Stichtags 31. März 2019 noch die Dexia Kommunalbank Deutschland als Emittent enthält, so die Analysten der NORD/LB.

Im Rahmen einer Pressemitteilung habe die Europäische Zentralbank jüngst diverse Anpassungen in Bezug auf die eigenen Guidelines zur Umsetzung der geldpolitischen Maßnahmen mitgeteilt. Von den Änderungen seien insbesondere als Eigenemissionen eingereichte Covered Bonds betroffen. So gebe die ECB-Guideline ECB/2019/11 als Anpassung der Guideline (EU) 2015/510 (Implementation of the Eurosystem Monetary Policy Framework) vor, dass für die Eignung im Rahmen des ECB Collateral Framework vom 1. Februar 2020 an für "Own-use Covered Bonds" ein ECAI-Rating vorliegen müsse. Die derzeit 24.480 Einträge enthaltene EZB-Liste der grundsätzlich zugelassenen Wertpapiere enthalte insgesamt 3.998 als Covered Bonds (Jumbo Covered Bonds, Traditional Covered Bonds, Multi-cédulas oder Structured Covered Bonds) klassifizierte Wertpapiere. Davon sei mit 3.650 Positionen ein sehr hoher Anteil als "Own-Use Covered Bond" klassifiziert.

Gleichwohl seien mit Blick auf die Relevanz der von der EZB angekündigten Änderungen einige Punkte zu berücksichtigen. So sei die Liste der Eligible Securities nicht mit den tatsächlich als (selbst genutzte) Sicherheit eingereichten Wertpapieren gleichzusetzen. Außerdem dürfte ein sehr hoher Anteil an Own-use Covered Bonds bereits über ein externes Rating einer anerkannten Ratingagentur verfügen. Dies gelte insbesondere für diejenigen Covered Bonds, die aus Programmen begeben worden seien, aus denen auch Benchmarks emittiert worden seien.

Der Markt habe aktuell ein Niveau erreicht, an dem die Spreads zunächst stabil geblieben seien. Durch das aktuell gefallene Zinsniveau sei das Investoreninteresse gesunken, gleichzeitig kämen aber auch wieder Neuemissionen und somit gebe es im Sekundärmarkt vermehrt Verkäufer. Inwiefern die Spreadperformance weitergehe, hänge auch davon ab, ob sich die Nachrichtenlage am Markt weiter verschärfe oder wieder entspanne. (Ausgabe 19 vom 15.05.2019) (15.05.2019/alc/a/a)





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