Erweiterte Funktionen

Covered Bonds: Kanadische und französische Emittenten emittieren Bonds am kurzen Ende


25.03.20 10:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Mit ihrem Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) hat die EZB noch einmal ihr Instrumentarium zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie erweitert, so die Analysten der Nord LB.

Vergangene Woche hätten die Währungshüter aus Frankfurt angekündigt, neben dem APP über ein weiteres Ankaufprogramm bis Jahresende EUR 750 Mrd. an Wertpapieren am Markt anzukaufen. Die AXA Banque Europe, welche bereits Mitte Januar am Markt gewesen sei (EUR 500 Mio.; 7y; ms +7bp), sei mit einer Guidance von ms +35-40bp gestartet. Der Bond mit einer Laufzeit von 4,5 Jahren und im Volumen von EUR 500 Mio. sei aufgrund des Marktumfeldes nur geringfügig überzeichnet gewesen (1,2x), was einmal mehr zeige, dass der Markt für Covered Bonds, auch in den aktuell turbulenten Zeiten, weitestgehend offen sei, wobei den Komponenten Timing und Pricing derzeit eine umso größere Bedeutung zukomme.

Die Allokation an die Investorengruppe Central Banks/SSA habe bei 46% gelegen, wovon der Großteil auf das Eurosystem entfallen sein dürfte. Am Markt sei kolportiert worden, dass die Order im Rahmen des CBPP3 nach wie vor bei 40% gelegen habe und somit noch nicht an das erhöhte Volumen aus dem APP und dem PEPP angepasst worden sei.

Am gestrigen Dienstag sei dann mit der französischen BPCE (EUR 1,0 Mrd.; 5y; ms +40bp) ein weiterer Eurozonen-Emittent gefolgt. Während vor der Zuspitzung der Corona-Krise Bonds mit Laufzeiten im Bereich von zehn Jahren präferiert worden seien, um Investoren ansatzweise positive Renditen zu offerieren, führe die aktuelle Unsicherheit im Markt wieder dazu, dass kürzere Laufzeiten bevorzugt würden. Dementsprechend hätten auch die Bank of Montreal und Toronto-Dominion Bank Bonds mit vergleichsweise kurzen Laufzeiten begeben. So seien im laufenden Jahr zuvor lediglich sechs Bonds mit einer Laufzeit von fünf Jahren begeben worden, zudem habe die DZ HYP im Januar einen Bond mit einer Laufzeit von vier Jahren emittiert.

Nach der Bank of Montreal (EUR 1,25 Mrd.; 3,0y) habe die Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC, EUR 750 Mio.; 3,5y) den am kürzesten laufenden Covered Bond des laufenden Jahres begeben. Mit Blick auf die Investorennachfrage lasse sich ganz klar festhalten, dass sämtliche Deals nur geringfügig überzeichnet gewesen seien, was vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheit allerdings nicht überrasche. Auch die Neuemissionsprämien, die auf Basis von Screenpreisen im Bereich von 30 Basispunkten gelegen hätten, seien vor dem Hintergrund der derzeitigen Marktgegebenheiten nicht außergewöhnlich.

Die Ratingexperten von Moody’s hätten sich in den vergangenen Tagen unter anderem auch zu den Implikationen der aktuellen Entwicklungen für Covered Bond-Märkte in den Niederlanden, Südkorea und Tschechien geäußert. Mit Blick auf die niederländischen Deckungsstöcke würden die Analysten hervorheben, dass es aufgrund möglicher Zins- und/oder Tilgungsstundungen auf Seiten der Immobilienkreditnehmer zu Belastungen kommen könnte. Allerdings hätten Covered Bonds im Gegensatz zu RMBS über ein doppeltes Rückgriffsrecht verfügt, sodass die Zahlungen ohnehin zunächst von den Emittenten zu leisten seien.

Die niederländischen Kreditinstitute würden wiederum von zahlreichen regulatorischen Lockerungen profitieren, die deren Zahlungsfähigkeit erhalten sollte. Zusätzlich hätten die Covered Bond-Investoren im Bedarfsfall neben den gesetzlichen Deckungsstockanforderungen insbesondere von Liquiditätspuffern (180-Tage) und - zumindest bei Soft Bullet-Strukturen - von möglichen Fälligkeitsverschiebungen profitiert, die den Zwang zu Notverkäufen reduzieren sollten.

Für tschechische Covered Bonds sehe Moody’s positive Impulse aus den geldpolitischen Anpassungen der Czech National Bank, die Zinssenkungen genauso einschließen würden wie eine Verschiebung der Anhebung des antizyklischen Kapitalpuffers. Aufgrund eines vergleichsweise hohen Anteils an variabel verzinsten Darlehen sehe Moody’s außerdem einen abmildernden Effekt für die Belastungen auf Seiten der Kreditnehmer, welcher mit der Zinssenkung einhergehe. Grundsätzlich würden die Risikoexperten auch für tschechische Covered Bonds die Vorteile für Investoren hervorheben, die mit dem Dual Recourse-Charakter verbunden seien.

Ähnliche Schlussfolgerungen treffe die Ratingagentur in einem separaten Bericht für südkoreanische Covered Bonds. Hier sei es - im Vergleich zu anderen besicherten Instrumenten wie ABS - schließlich vor allem die Kreditqualität der Emittenten, welche die mit dem Corona Virusverbundenen Risiken eindämme. Zudem werde der EUR-Benchmarkemittent KHFC von der Regierung angesichts ihrer wichtigen politischen Rolle stark unterstützt. Letztlich sei der Anteil der Deckungswerte koreanischer Deckungsstöcke an der am stärksten vom Corona-Ausbruch betroffenen Region Daegu vergleichsweise gering.

Der Sekundärmarkt sei weiterhin durch eine sehr hohe Illiquidität gekennzeichnet, sodass einzelne Tickets zu einem Repricing der Kurven führen würden. Die augenscheinlich hohen NIP würden eine große Diskrepanz zwischen Primär- und Sekundärmarkt aufzeigen, die sich im Zeitverlauf wieder verringern sollte. (25.03.2020/alc/a/a)