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EM-Rentenmärkte: Erholung zum Jahresende


11.01.19 09:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets, EM) war im Dezember eine Erholungsbewegung zu beobachten, so die Experten von Union Investment.

Die auf US-Dollar und Euro lautenden Hartwährungsanleihen hätten auf Gesamtmarktebene hinzugewinnen können. Der entsprechende Index (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) sei mit einem Plus von 1,4 Prozent aus dem letzten Handelsmonat gegangen. Letztlich hätten EM-Anleihen vom Renditerückgang in den USA profitieren können. An den Staatsanleihemärkten in Europa und vor allem in den USA seien deutliche sinkende Renditen zu verzeichnen gewesen. Allerdings hätten sich im EM-Segment die Risikoprämien (Spreads) gegenüber sicheren US-Schatzanweisungen um 20 auf 415 Basispunkte ausgeweitet.

Die freundliche EM-Entwicklung habe sich in erster Linie in der ersten Monatshälfte vollzogen und dann bis zum Jahresende seitwärts tendiert. An den lokalen EM-Anleihemärkten sei die Renditeentwicklung zunächst nach oben gerichtet gewesen und habe sich auf Indexebene (JP Morgan GBI-EM-Div.-Index) in Richtung sieben Prozent bewegt. Im weltweit freundlichen Zinsumfeld habe die Bewegung dann aber letztlich zurück auf 6,9 Prozent geführt. Bei den EM-Währungen seien vor allem aufgrund der Schwäche an den Rohstoffmärkten größere Einbußen zu beobachten gewesen.

Allen voran habe der Russische Rubel vor dem Hintergrund stark rückläufiger Ölpreisnotierungen um etwas mehr als fünf Prozent zum Euro abgewertet. Darüber hinaus seien die Währungen der Rohstoffproduzenten Chile und Südafrika mit jeweils etwas mehr als vier Prozent ebenfalls unter Druck geraten. Auf der Gewinnerseite habe der Mexikanische Peso gestanden. Dieser habe vom geplanten Haushaltsentwurf der neuen Regierung profitieren können, da eine Erhöhung des Defizits vermieden werden solle. Der Peso habe um 2,3 Prozent aufgewertet.

Mit Blick auf die Jahresentwicklung habe der Gesamtmarkt mit minus 4,3 Prozent deutlich Federn gelassen. Die Risikoprämien hätten sich in einem vom Handelskonflikt, der rückläufigen Ölpreisentwicklung und zeitweise hoher US-Treasury-Renditen geprägten Marktumfeld deutlich um 130 auf 415 Basispunkte ausgeweitet.

Das globale Wirtschaftswachstum, die Zinsentwicklung in den USA sowie die Konjunktur in China würden wichtigste Einflussfaktoren für die weitere Entwicklung bleiben. (Ausgabe vom 08.01.2019) (11.01.2019/alc/a/a)