Erweiterte Funktionen

Emerging Markets-Renten: Zum Jahresauftakt im Plus


11.02.19 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die zum Jahresende beobachtete Erholung an den Rentenmärkten der Schwellenländer setzte sich auch im neuen Jahr fort, so die Experten von Union Investment.

Auf Indexebene (J.P. Morgan EMBI Global Div.-Index) hätten die in Euro und US-Dollar notierenden Hartwährungsanleihen per 31. Januar ein Plus in Höhe von 4,4 Prozent verbuchen können. Zu Jahresbeginn hätten sich die Spreads zunächst noch leicht ausgeweitet. Im weiteren Verlauf habe dann aber verstärkt eine Erholung eingesetzt. Die Risikoprämien seien um 64 auf 358 Basispunkte gefallen. Dabei sei ein beträchtlicher Teil auf den sprunghaften Kursanstieg der Staatsanleihen aus Venezuela entfallen. Die Rentenmärkte der Schwellenländer hätten sich insgesamt über erhöhte Mittelzuflüsse erfreut, da risikoreiche Assets stärker nachgefragt worden seien. Dazu hätten die Signalisierung einer zurückhaltenden Geldpolitik seitens der Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank, der People's Bank of China sowie der Renditerückgang bei Bundesanleihen und US-Treasuries beigetragen. Die US-Notenbank Federal Reserve habe im vergangenen Monat ihren Zins-Autopiloten ausgesetzt.

Daneben hätten die gestiegenen Rohstoffpreise ebenfalls für Rückenwind gesorgt. Als Konsequenz hätten die Lokalwährungen aus Südafrika, Brasilien, und Chile starke Kurszuwächse verzeichnen können. Der Russische Rubel habe ebenfalls mit 6,8 Prozent gegenüber dem Euro stark aufgewertet. Dafür sei insbesondere der Anstieg des Rohölpreises verantwortlich gewesen, da dieser essenziell für einen Großteil der russischen Haushaltseinnahmen sei.

Des Weiteren habe sich zu Jahresbeginn am Primärmarkt eine erhöhte Emissionsdynamik bemerkbar gemacht. Die Schuldner würden den das positive Umfeld nutzen, um an frisches Geld zu gelangen. Zu den Emittenten hätten unter anderem Uruguay, Mexiko, Saudi-Arabien, Kolumbien sowie die Türkei gehört. Die Emissionen seien häufig vielfach überzeichnet gewesen und hätten sich somit über eine hohe Nachfrage erfreut.

Insgesamt sei die Entwicklung dennoch aufgrund diverser Risikoaspekten mit Vorsicht zu genießen. Das globale Wirtschaftswachstum, die Zinsentwicklung in den USA sowie die Konjunktur in China würden wichtige Einflussfaktoren bleiben. (Ausgabe Januar 2019) (11.02.2019/alc/a/a)