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Erholung an den europäischen Rentenmärkten durch gestiegene Risikobereitschaft


11.02.19 10:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Rentenmärkte, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, profitierten von der gestiegenen Risikobereitschaft diverser Investoren, so die Experten von Union Investment.

Die als sicher geltenden Schuldverschreibungen der Schweiz hätten nahezu unverändert gehandelt. Ein Indikator dafür, dass risikoreichere Anlagen im Berichtszeitraum stärker nachgefragt worden seien. Das Aussetzen des Zins-Autopiloten seitens der US-Notenbank Federal Reserve, die Beendigung des US-Regierungsstillstandes sowie der gestiegene Optimismus hinsichtlich der Handelsgespräche zwischen den USA und China hätten die Investoren genutzt, um risikoreichere Anlagen nachzufragen.

Von dieser Entwicklung hätten vor allem die Schuldverschreibungen aufstrebender Volkswirtschaften profitiert. Allen vorweg die Rentenpapiere der Türkei mit einem Renditerückgang von über zwei Prozent. Auch russische Gläubigerpapiere hätten ordentliche Kurszuwächse verzeichnen können, die letztlich in einem Renditerückgang gemündet hätten. Für Rückenwind habe dabei vor allem der starke Anstieg des Rohölpreises gesorgt, da dieser essenziell für einen Großteil der russischen Haushaltseinnahmen sei. Ergänzend dazu sei es auch für den Russischen Rubel aufwärts gegangen. Die Währung des flächenmäßig größten Landes der Erde habe sich mit einem Plus von 6,8 Prozent aus dem Januar verabschiedet.

Anleihen des nordeuropäischen Landes Schweden hätten aufgrund einer schwächelnden Konjunktur ebenfalls fester gehandelt. Zu dem habe die Schwedische Krone den schlechtesten Jahresauftakt seit 1993 aufgewiesen. Durch die Konjunkturschwäche habe der Markt bei der als sicherer Hafen geltenden Währung die Hoffnung einer Leitzinserhöhung im Februar ausgepreist. Der Euro habe gegenüber der Schwedischen Krone im Januar knapp zwei Prozent dazugewinnen können.

Rentenpapiere aus Großbritannien hätten auch einen leichten Renditerückgang verbuchen können. Der von Premierministerin Theresa May ausgehandelte und am 15. Januar vom Unterhaus abgelehnte Scheidungsvertrag habe zu Flucht in die sicheren Häfen geführt. Insgesamt sei der Ausgang des Brexits weiter unklar und die Unsicherheit der Marktteilnehmer deshalb hoch. (Ausgabe Januar 2019) (11.02.2019/alc/a/a)