Euro Bund-Future: Verfallstermin erzeugt "Exhausting-Gap"


11.09.19 13:00
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Der übergeordnete Aufwärtstrend des Euro Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) wurde zuletzt deutlich verlassen, so Martin Utschneider, Leiter Technische Analyse bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.

Bei 179,67 sei dann der Turnaround erfolgt. Das aktuelle Ergebnis daraus sei ein "Exhaustig-Gap" sowie in Rückgang um knapp 4 Prozentpunkte. Das übergeordnete Gesamtbild sei dadurch stark eingetrübt worden. Gemäß Aussagen der EZB und dessen Präsident Mario Draghi werde wohl die "geldpolitische Schatulle" morgen nochmal geöffnet.

Auch die Renditen der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen würden sich weiterhin im nachhaltigen Abwärtssog befinden, hätten aber zuletzt ein wenig Boden gut machen können. Es sei weiterhin von deutlichen Zinsunterschieden zwischen US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen auszugehen. Hier betrage der Spread aktuell knapp 2,4 Prozentpunkte.

Die Europäische Zentralbank werde wohl auch unter Christine Lagarde ihren expansiven Kurs weiter fortführen. Der "Monetäre Zyklus" sehe Leitzinsanhebungen erst vor, wenn selbsttragendes Wachstum einsetze. Die Zinsen würden dann erhöht. Aber nicht, um etwa die Wirtschaft zu verlangsamen, sondern um dann unnötige Erleichterungen der Vergangenheit zu beseitigen.

Charttechnisch habe der Euro Bund-Future die Supportlinie bei 174,05 gerissen. Markttechnisch signalisiere der MACD allerdings schon wieder Erholungspotenzial nach oben. Die Slow-Stochastik zeige überverkauft. Fundamental könne man weiterhin von "japanischen Verhältnissen" in Europa ausgehen: Nullzins und Nullrendite. Das sei auch der Nährboden für weiter fallende Renditen und einem wieder in Richtung 176,00 - 178,00 tendierenden Euro Bund-Future.

Fazit:

Euro Bund-Future lasse Federn
10-Jahresrenditen mit leichter Erholung (11.09.2019/alc/a/a)