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Euro-Outs-Rentenmärkte durchweg mit Kursgewinnen im Dezember


11.01.19 08:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Rentenmärkte außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes verbuchten im Dezember durchweg Kursgewinne, so die Experten von Union Investment.

Einerseits hätten die Konjunktursorgen derart schwer gewogen, dass Aktien abgestraft, sichere Anleihen hingegen gesucht gewesen seien. Hiervon hätten vor allem die bonitätsstarken Anleihen aus der Schweiz profitiert. Zehnjährige Papiere hätten Ende Dezember mit minus 0,28 Prozent wieder tief im negativen Bereich rentiert. Anleihen aus Polen seien ebenfalls gesucht gewesen. Auch dort hätten sich nach schwachen Einkaufsmanagerdaten Konjunktursorgen breitgemacht. Doch auch Papiere mit einer schlechteren Kreditwürdigkeit seien gesucht gewesen. Letztlich habe die komplette Anlageklasse der Schwellenländer-Anleihen eine Erholungsbewegung erfahren, von der auch die Schuldverschreibungen in Osteuropa profitiert hätten. In den USA habe die dortige Notenbank zwar nochmals den Leitzins angehoben, Anlegern aber eine Pause im Verlauf von 2019 in Aussicht gestellt. Eine solche Zinspause würde besonders solchen Ländern helfen, die Anleihen in US-Dollar ausgeben würden.

Für Aufregung habe die Debatte um den EU-Austritt des Vereinigten Königreiches gesorgt. Theresa May habe es letztlich vermieden den mit der Europäischen Union ausgehandelten Kompromiss dem britischen Parlament zur Abstimmung vorzulegen. Stattdessen wolle sie nun versuchen, wichtige Punkte nachzuverhandeln. Vonseiten der EU dürfe sie dabei nicht auf ein Entgegenkommen hoffen. Um die Gemeinschaft zu stärken und Nachahmungen zu verhindern, seien die Verhandlungen hart geführt worden. Doch allein schon die Forderungen innerhalb ihrer Regierung würden weit auseinander gehen. Das Land bleibe somit tief gespalten. Fakt sei aber, dass der britischen Regierung nun nicht mehr viel Zeit bleibe. Ein "harter" Brexit werde immer wahrscheinlicher. Die Mehrheit der Analysten glaube aber nach wie vor, dass ein Abkommen erzielt und somit ein geordneter Brexit gelingen werde.

Entgegen den Erwartungen der Marktteilnehmer sei es nicht zu einer Leitzinssenkung in der Türkei gekommen. Anleihen mit langer Laufzeit hätten hiervon profitiert, doch bei kurzlaufenden Papieren sei der Zinsschritt wieder ausgepreist worden. Dort sei es letztlich zu Kursverlusten gekommen. (Ausgabe vom 08.01.2019) (11.01.2019/alc/a/a)