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FED: Reden der FOMC-Mitglieder im Fokus


10.01.19 12:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Jahresstart hat sich die Stimmung bei den Unternehmenslenkern eingetrübt, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Das habe zuletzt auch der NFIB-Mittelstandsindex für die USA gezeigt, bei dem die Erwartungen an eine Verbesserung der Konjunktur auf den niedrigsten Stand seit 2016 gefallen seien. Die weiterhin sehr gute Verbraucherstimmung sei dabei zuletzt allerdings etwas untergegangen. In Japan sei sie im Dezember zwar auf den langjährigen Durchschnitt zurückgefallen, in der Eurozone und in den USA liege sie allerdings noch immer - teilweise deutlich - darüber. Der Grund sei die anhaltend gute Lage am Arbeitsmarkt.

In den USA würden immer mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt zurückkehren, die zuvor die Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben hätten und daher in der Statistik nicht berücksichtigt worden seien. Deswegen sei die Arbeitslosenquote in den USA im Dezember angestiegen, obwohl mehr als 300.000 neue Stellen geschaffen worden seien. Und in der Eurozone sei die Arbeitslosenquote im November zum ersten Mal seit über zehn Jahren unter 8 Prozent gefallen. Das spreche für weiterhin steigende Löhne und gute Einzelhandelsumsätze. Aber auch für steigende Kosten bei den Unternehmen und mehr Inflationsdruck für die Zentralbanken.

Die FED werde dies weiter genau beobachten. Wie sie in den nächsten Monaten auf die Märkte und die volkswirtschaftliche Entwicklung reagiere, dürfte nicht zuletzt für den EUR/USD-Wechselkurs entscheidend sein. Das nächste geldpolitische Treffen der US-Zentralbank finde zwar erst am 29./30. Januar statt, bis dahin würden verschiedenste Reden der FOMC-Mitglieder allerdings als guter Gradmesser dienen, um die weitere Richtung der Geldpolitik abschätzen zu können.

Gestern hätten sich die FED-Chefs der regionalen Zentralbanken aus St. Louis und Atlanta zu Wort gemeldet. Beide seien als Befürworter einer lockeren Geldpolitik bekannt und hätten sich daher in gewohnter Manier für Geduld hinsichtlich weiterer Zinsschritte ausgesprochen. Überraschend sei allerdings gewesen, dass sogar die Möglichkeit einer Zinssenkung debattiert worden sei. Besonders deutlich geworden sei dabei James Bullard, der gewarnt habe, die FED sei drauf und dran, zu weit zu gehen, und drohe die US-Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Dass der St.-Louis-Chef damit allerdings eine extreme Meinung vertrete, dürfte heute klar werden, wenn sich fünf weitere FED-Mitglieder zu Wort melden würden. Insbesondere beim Vorsitzenden Powell würden Währungshändler genau hinhören. (10.01.2019/alc/a/a)