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FED: US-Notenbank vor Zinspause


11.01.19 08:45
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Während die Märkte das zurückhaltende Vorgehen der EZB schon lange eingepreist haben, kommt die wohl bald bevorstehende Zinspause der US-Notenbank etwas überraschend, so der Experte von Berenberg Dr. Jörn Quitzau.

Die Experten würden für das erste Halbjahr 2019 noch eine Zinserhöhung, vermutlich im zweiten Quartal erwarten. Für 2020 würden sie keine weiteren Zinsschritte sehen. Noch im Dezember hätten einige Großbanken für die FED vier Zinsschritte je 25 Basispunkte im Jahr 2019 prognostiziert. Die FED selbst habe auf ihrer letzten Sitzung im Dezember zwei weitere Schritte nach oben angekündigt. Hier deute sich für einige Marktbeobachter also eine Überraschung an.

Die Gründe für den deutlich moderateren geldpolitischen Ausblick seien vielfältig. Die US-Inflation sowie die Inflationserwartungen seien gesunken und der Ausblick für die globale Wirtschaft habe sich eingetrübt. Das Geldmengenwachstum habe sich verlangsamt und die Zinskurve habe sich abgeflacht. Insgesamt seien die finanziellen Bedingungen inzwischen weniger großzügig und die Unsicherheiten gestiegen. Die FED wolle vermeiden, die Konjunktur mit ihrer Geldpolitik abzuwürgen. Abseits der Zinspolitik werde die FED ihre Bilanz weiter kürzen und den Bestand an Wertpapieren um bis zu 50 Milliarden Dollar pro Monat abbauen. (Ausgabe vom 02.01.2019) (11.01.2019/alc/a/a)