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FED zeigt sich falkenhafter


23.09.21 11:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet hat die US-Zentralbank FED nach der zweitägigen Zinssitzung gestern den Leitzinssatz in der Spanne 0,00% bis 0,25% unverändert belassen, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Ebenfalls erwartungsgemäß habe FED-Präsident Jerome Powell die Möglichkeit des baldigen Taperings angekündigt, also das Zurückfahren der Anleihekäufe (von derzeit 120 Mrd. USD monatlich). Eine Reduktion sei noch nicht beschlossen worden (dies dürfte bei der nächsten Zinssitzung am 3. November erfolgen), aber laut Powell könnten die Anleihekäufe bis Mitte 2022 auslaufen. Die Inflationsrate in den USA liege im August bei 5,30%; die FED prognostiziere für dieses Jahr eine Teuerung von leicht über 4,00% und für die folgenden Jahre eine Verlangsamung in Richtung des 2%-Ziels. Überraschend falkenhaft hätten sich die Notenbanker gezeigt, in dem die Hälfte der Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC)
nun eine erste Zinserhöhung schon im Jahr 2022 erwarte. Der US-Dollar habe nach der gestrigen Zinssitzung leicht aufwerten können, EUR/USD sei auf 1,1682 gefallen, bewege sich aber heute Morgen wieder über 1,1700. Mögliche Bandbreite für heute: 1,1665 bis 1,1755.

Heute stünden wieder mehrere Zinssitzungen auf der Agenda. Von der Bank of England oder der Schweizerischen Nationalbank könne keine Zinserhöhung erwartet werden, auch die Zentralbanken der Türkei und Südafrikas würden heute wahrscheinlich die Zinsen stabil halten. Von der Norges Bank werde hingegen eine Zinserhöhung von 0,00% auf 0,25% erwartet. Dabei werde es sich um die erste Zinserhöhung in den westlichen Industrieländern nach der Corona-Krise handeln. (23.09.2021/alc/a/a)