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Geldmarkt: Notenbanken reagieren auf drohende Wirtschaftskrise


24.03.20 10:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Global reagieren die Notenbanken weiter auf die drohenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie, so die Analysten der Nord LB.

Die EZB etwa habe mit einer außerplanmäßigen Auflage eines zusätzlichen Ankaufprogramms überrascht, um auf die Folgen des Coronavirus zu reagieren. Das Volumen über EUR 750 Mrd. sei außergewöhnlich hoch und signalisiere einen "whatever it takes" Ansatz. Die Notenbank helfe mit wichtiger Liquidität aus. Ob das die Finanzmärkte beruhige, möge dahingestellt sein, aber es sei eine wichtige Maßnahme, um Unternehmen und den Finanzsektor mit Mitteln zu versehen, über die Durststrecke zu kommen. Klar sei, dass Europa in eine Rezession rutschen werde. Es frage sich natürlich nur, wie ausgeprägt diese sein werde.

Wenn das öffentliche Leben stillstehe, werde das wirtschaftliche Folgen haben. Die Schweizer Nationalbank habe eine Ausweitung ihrer Devisenmarktinterventionen angedeutet. Überraschungen scheinen auch bei Notenbanken in Mode zu kommen, so die Analysten der Nord LB. Die Bank of England habe nicht nur die Leitzinsen von 0,25% auf 0,10% gesenkt, sondern auch das Ankaufprogramm um GBP 200 Mrd. erhöht. Erst acht Tage zuvor habe sie die Zinsen von 0,75% auf 0,25% gesenkt. Die Notenbank sekundiere damit die Konjunkturmaßnahmen, die die Regierung im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen auf den Weg gebracht habe. Die Aktion habe temporär die Abwertung des Pfundes gestoppt, das am 23. März 2020 auf einem Tief notiert habe, welches zuletzt zu Zeiten der Finanzmarktkrise gesehen worden sei.

Die FED habe zusammen mit anderen Notenbanken Swap-Linien eingeführt, die dem US-Dollar helfen sollten. Auch andere Notenbanken würden global mit Zinssenkungen und Liquiditätsmaßnahmen reagieren, Regierungen mit Konjunkturprogrammen.

Die Maßnahmen hätten geholfen, dass die Geldmarktzinsen deutlich gestiegen seien. So sei der Euribor 3M auf -0,371% am Freitag gestiegen, also um knapp 4 Basispunkte im Wochenvergleich. Der Euribor 6M sei um mehr als 8 Basispunkte im Freitagsvergleich auf zuletzt -0,313% gestiegen. (Ausgabe vom 23.03.2020) (24.03.2020/alc/a/a)