Erweiterte Funktionen

Die Geldpolitik kann die Märkte weiter antreiben


20.11.20 11:30
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Gute Nachrichten in Bezug auf die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen stützen die Märkte weiterhin, obwohl die Besorgnis über die sich aufbauende zweite Welle von Infektionen in den USA die Stimmung der Marktteilnehmer belastet, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Die Zahl der US-Todesopfer habe inzwischen 250.000 überschritten. Vor dem Hintergrund von täglich mehr als 150.000 Neuinfektionen sei das Virus dafür verantwortlich, dass in jeder Minute des Tages mehr als ein US-Amerikaner sterbe. In Europa scheine die Infektionsrate ihren Höhepunkt erreicht zu haben.

Die Experten würden davon ausgehen, dass sich die politischen Entscheidungsträger in den kommenden Wochen weiterhin voll und ganz darauf konzentrieren würden, Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaftstätigkeit so weit wie möglich zu unterstützen. Die Zentralbanken seien in erster Linie besorgt über die hohen Arbeitslosenraten und die Schließung der Produktionslücken in einer Zeit, in der die Inflation in den meisten Volkswirtschaften weit unter den Zielvorgaben bleibe.

Das bedeute, dass die Notenbanken weiterhin den Kauf von Vermögenswerten anheizen müssten, um durch geldpolitische Maßnahmen die Konjunktur in Schwung zu bringen, auch wenn die Folge davon in naher Zukunft eine anhaltende Inflation der Vermögenspreise sein könnte. Es sei daher absehbar, dass die Geldpolitik die Märkte weiter antreiben könne.

Es sei verlockend zu glauben, dass die Volatilität bis zum Ende des Jahres abnehmen könnte. Der Volatilitätsindex VIX liege nach wie vor nahe bei sehr niedrigen 25 Punkten. Die Experten von BlueBay Asset Management neigen zu der Annahme, dass eine unterstützende Geld- und Fiskalpolitik in Verbindung mit der Hoffnung auf einen optimistischeren Wachstumsausblick für das Jahr 2021 die Bedenken der Anleger zerstreuen und die Volatilität in den nächsten Wochen strukturell senken könnte - sofern die Virus-Unsicherheiten abflauen.

Risikoanlagen dürften somit weiteren Auftrieb erhalten. Vielen nervösen Anlegern brenne das reichlich vorhandene Bargeld ein Loch in die Tasche und wolle einen raschen Weg zurück an den Markt finden. (20.11.2020/alc/a/a)