Gute Aussichten beim Rating - nur nicht für Italien


10.01.19 13:30
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Aussichten für die Bonitäten der Staaten der Europäischen Währungsunion haben sich verbessert, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG.

Während vor Jahresfrist nur drei Staaten einen positiven Ausblick der vier führenden Ratingagenturen aufgewiesen hätten, werde dies zum Beginn des Jahres 2019 sechs Ländern bestätigt. Im Fall von Griechenland werde dies sogar von drei der führenden vier Agenturen so beurteilt. Außerdem könnten sich neben den Peripheriestaaten Griechenland, Spanien und Portugal nun auch die (Semi-) Kernstaaten Finnland, Frankreich und Österreich über ein Heraufstufungspotenzial ihrer Bonität freuen.

Damit verbleibe Italien als das einzige Land der Eurozone, dessen Ratingtrend nach unten weise. Trotz der im vergangenen Jahr bereits erfolgten Herabstufungen hätten aktuell zwei der vier Agenturen Italien mit einem negativen Ausblick versehen. Dies bedeute aber nicht zwangsläufig, dass das Rating auch tatsächlich gesenkt werde. Neben dem negativen Ratingtrend lasse auch die Entscheidung der Regierung in Rom, die Schulden zu erhöhen, das Risiko von Herabstufungen des italienischen Ratings anwachsen. Bekanntlich plane die Regierung in Rom für 2019 ein Budgetdefizit von 2,04% des BIPs. Zwar würden die Ratingagenturen bereits von höheren Defiziten ausgehen, sollte das Defizit aber in Richtung 3% des BIPs oder sogar darüber ansteigen, dürften weitere Herabstufungen die Folge sein.

Daneben habe Italien mit seinem angeschlagenen Bankensektor zu kämpfen, der faule Kredite in Milliardenhöhe mit sich herumschleppe. Jüngstes Beispiel dafür sei das Geldhaus Banca Carige, dem nun die Regierung in Rom zu Hilfe komme. Dazu habe das Kabinett ein Dekret verabschiedet, das der Bank staatliche Garantien für die Platzierung neuer Anleihen zusage, und zusätzlich für potenzielle Kosten zur Stützung der Bank einen Fonds im Volumen von 1,3 Mrd. Euro aufgelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe Italiens zehntgrößtes Institut mit Sitz in Genua zunächst unter Zwangsverwaltung gestellt, nachdem eine geplante Kapitalerhöhung im Volumen von 400 Mio. Euro am Widerstand eines Großaktionärs gescheitert sei.

Mit Blick auf die Eurostaaten lasse sich festhalten, dass sie zwar auch 2019 von weiterhin niedrigen Zinsen profitieren dürften, was die Staaten handlungsfähiger mache. Allerdings verführe dies auch immer wieder zu einem Nachlassen der Fiskaldisziplin, was sich in höheren Ausgaben widerspiegle. Deshalb dürfte Frankreich nach den jüngsten Budgetverwässerungen nicht damit rechnen können, dass Moody's seinem positiven Ausblick - ausgelöst durch eine Reihe von Reformen zu Beginn der Amtszeit Macrons - eine Ratingverbesserung folgen lasse. Denn als Reaktion auf die Proteste der Gelbwesten drohe das Reformtempo in Frankreich wieder nachzulassen. Mit einem Upgrade bei der Bonitätsnote werde daher erst zu rechnen sein, wenn es dem Land gelinge, seine Neuverschuldung dauerhaft unter die 3%-Maastrichtgrenze zu drücken, und Paris die Ratingagenturen von der Nachhaltigkeit seiner Politik überzeugen könne.

Als erster Aspirant auf eine Heraufstufung im Jahr 2019 gelte indessen Griechenland. Dafür würden das durch ESM-Gelder angereicherte Liquiditätspolster sowie die anhaltende Sparpolitik sprechen. Doch die Vergangenheit hat uns leider gelehrt, dass es in punkto Griechenland immer Probleme gibt, so Stopp. So würden im Laufe des Jahres nicht nur die Abgeordneten für Brüssel neu bestimmt, sondern auch das Parlament in Athen werde spätestens im Herbst neu gewählt. Solche Ereignisse würden oftmals Politiker dazu verleiten, Wahlgeschenke anzukündigen, die jedoch oft nur mit höheren Schulden finanziert werden könnten.

Auf schneeglatten Fahrbahnen, wie sie momentan im Süden der Republik gang und gäbe seien, sollte man alle ruckartigen Geschwindigkeitsanpassungen vermeiden. Dies gelte aber in 2019 nicht nur für Autofahrer, sondern insbesondere auch für Notenbanker, die Änderungen in der Geldpolitik dosiert und mit viel Fingerspitzengefühl vornehmen sollten. Denn jede Leitzinserhöhung oder aber auch Liquiditätsausstattung in jeglicher Form habe Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen, Privathaushalte und Staaten. Dieser Tatsache sollten sich alle Akteure an den Finanzmärkten stets bewusst sein.

Die geringste Änderung ihrer Geldpolitik werde in diesem Zusammenhang von der Bank of Japan (BoJ) erwartet. Diese bleibe aller Voraussicht nach weiter expansiv. Die anderen vier bedeutenden Notenbanken in den USA, der Schweiz, Großbritannien und der Eurozone würden sicherlich weder nach diesem noch nach einem einheitlichen Muster agieren können. So zeichne sich in den USA nach der im Dezember 2018 geänderten Forward Guidance immer mehr ab, dass auch zwei Zinsschritte im laufenden Jahr zu optimistisch seien. Dabei aber Jerome Powell zu unterstellen, er sei nach den Tiraden von D. T., dem Unberechenbaren, eingeknickt, wäre schlichtweg falsch. Vielmehr scheinen die Fragezeichen bezüglich der wirtschaftlichen Dynamik in den USA eine abwartende Haltung bei den US-Notenbankern zu erzeugen, so Stopp.

So habe jüngst der Chef der Atlanta FED, Raphael Bostic, offen ausgesprochen, was am Markt bereits erwartet werde. Zuerst sollte man jetzt die bisherigen Maßnahmen zur Entfaltung kommen lassen und nur noch mit maximal einer Zinserhöhung rechnen. In ähnlicher Art und Weise hätten sich inzwischen auch sein Kollegen James Bullard sowie Charles Evan geäußert und in den gestern Abend veröffentlichten FED-Minutes werde sogar von Geduld bei der weiteren geldpolitischen Straffung gesprochen.

In der Eurozone hingegen würden sich die Anzeichen verdichten, dass eine mögliche Anpassung des Strafzinses in 2019 nur als "Goodwill-Aktion" zu deuten wäre und auch noch nicht als ausgemachte Sache anzusehen sei. Die vielen Unsicherheitsfaktoren könnten eine solche Entscheidung noch verhindern, denn mit Brexit, Europawahlen, Parlamentswahlen in Griechenland sollten hier nur einige genannt werden. Vergessen sollte man in diesem Umfeld aber auch nicht den durch die Handelsstreitigkeiten gebremsten Welthandel, was bereits seitens der Weltbank eine Senkung der Wachstumsprognosen nach sich gezogen habe. Auch wenn es die Verantwortlichen der Schweizerischen Notenbank (SNB) nicht gerne hören würden, so sei ihr Schicksal doch sehr eng mit der Zinspolitik der EZB verbandelt. Und somit wird uns auch hier der negative Einlagenzins noch länger als gewünscht erhalten bleiben, so Stopp.

Was die Geldpolitik der Bank of England (BoE) angehe, so sei dort infolge der nahenden Entscheidung über den Brexit sicherlich die größte Unsicherheit zu verspüren. Denn um die Wirtschaft Großbritanniens zu stabilisieren, könnten trotz eingekaufter Inflationsrisiken sogar Zinssenkungen als Stimuli angebracht sein. Sicherlich sei der britische Notenbankchef nicht glücklich über diese Situation, aber zumindest an den Finanzmärkten vertraue man auf die Erfahrung des bereits seit dem 1. Juli 2013 amtierenden Governor der BoE, Mark Carney, der schon 2016 den Austritt Großbritanniens aus der EU als das "größte Risiko für die Finanzstabilität Großbritanniens" bezeichnet habe.

Man dürfe also durchaus gespannt sein, welcher Notenbanker über wie viel Gefühl im Fuß verfüge und somit Gas geben und bremsen richtig dosieren könne.

18 Tage, nachdem Teile der US-Regierung wegen des aktuellen Haushaltsstreits lahmgelegt worden seien, habe sich D. T., der Unberechenbare, in einer ersten Live-TV-Ansprache an die Nation gewandt. Lösungsansätze dafür, den Government-Shutdown abzuwenden, habe er dabei allerdings vermissen lassen. Knackpunkt sei bekanntlich die Mauer, die er an der Grenze zu Mexiko für 5,7 Mrd. USD bauen wolle - Geld, das die Demokraten im Kongress partout nicht würden genehmigen wollen. Noch im Wahlkampf habe Trump ja getönt, er wolle Mexiko selbst für die Mauer zur Kasse bitten.

Bemerkenswert sei nun gewesen, dass der US-Präsident den Begriff Mauer nicht mehr erwähnt habe und ihn durch das Wort "Barriere" ersetzt habe. Ohne allzu optimistisch wirken zu wollen, könnte dies doch das Schlupfloch für einen Kompromiss darstellen. Denn auch die Demokraten würden die Grenze besser sichern wollen, allerdings mit neuen Technologien, einer besseren Infrastruktur und mehr Personal. Sollte also eine wie immer geartete "Barriere" der Schlüssel zur Aufweichung der verhärteten Fronten zwischen Republikanern und Demokraten sein?

Zumindest aktuell sehe es nicht so aus. So mache Trump die Demokraten für die Finanzsperre verantwortlich, weil sie "keine Grenzsicherheit finanzieren wollen", wie er behaupte. Die Wahrheit sehe anders aus. Bereits Ende 2018 habe der Kongress ein Gesetz verabschiedet, das die Regierungsgeschäfte vorläufig finanziert hätte, also kein Government-Shutdown nötig gewesen wäre. Geld für den Bau einer Mauer sei dabei aber nicht vorgesehen gewesen. Trump habe dann kurzfristig eine Kehrtwende vollzogen und trotzig seine Unterschrift verweigert.

Da klinge der Vorschlag von Chuck Schumer, Minderheitsführer der Demokraten im Senat, doch schon vernünftiger, der die beiden Themen voneinander trennen wolle. Sein Appell laute deshalb, die Regierung wieder zu öffnen und dann in Ruhe über die Differenzen bei der Grenzsicherung zu reden. Trump habe noch im Dezember getönt, er werde "stolz" sein, einen möglichen Shutdown herbeizuführen. Aber damit nehme er die ganze Nation in Geiselhaft. Auch die 380.000 Bundesangestellten im Zwangsurlaub und die weiteren 420.000, die vorerst ohne Bezahlung arbeiten müssten, habe Trump bei seiner Rede an die Nation nicht erwähnt. Das gestrige, kurzfristig anberaumte Gespräch zwischen den beiden Parteien habe mit einem Eklat geendet. Der US-Präsident habe das Gespräch abgebrochen und anschließend von Zeitverschwendung gesprochen. Manches erinnere an den kaukasischen Kreidekreis von Bertolt Brecht.

Wie gebannt würden die Kapitalmärkte seit Monaten auf die Entwicklung des Handelskriegs zwischen den USA und China starren. Nun warte man auf die Ergebnisse der Verhandlungen, die eine US-Delegation in dieser Woche mit China in Peking geführt habe. Betrachte man die Reaktion der Börsen, so würden die Kapitalmärkte von einer Entschärfung des Handelsstreits ausgehen. Anders wären die Kursgewinne an den Aktienmärkten der vergangenen Tage nicht zu erklären. Nicht zuletzt die Äußerung von D. T., dem Unberechenbaren, wonach die Verhandlungen "sehr gut" laufen würden, habe zu Optimismus geführt.

Aktuell würden die USA zur Bestrafung Chinas wegen vermeintlich unfairer Handelspraktiken Zusatzzölle in Höhe von 25% auf chinesische Waren mit einem Importwert von 50 Mrd. USD und von 10% auf Waren über 200 Mrd. USD erheben. Sollten die Gespräche nicht zum Erfolg führen, werde im März der amerikanische Zusatzzoll auf chinesische Importe mit einem Handelswert von 200 Mrd. USD von 10% auf 25% erhöht. Als Reaktion erhebe China derzeit Zusatzzölle auf amerikanische Güter im Wert von 110 Mrd. USD. Insgesamt seien also 360 Mrd. USD an chinesischen und amerikanischen Gütern von den gegenseitigen Zöllen betroffen, was mehr als die Hälfte des 2017 verzeichneten bilateralen Güterhandelsvolumens darstelle.

Ungeachtet dessen, wie die Handelsgespräche ausgehen würden, habe der Handelskrieg, den Trump losgetreten habe, doch seine Bremsspuren in der Weltwirtschaft hinterlassen. Die Strafzölle würden die Kosten in die Höhe treiben, sowohl in China, aber auch in den USA und dem Rest der Welt. Ob dies zu einem Einlenken der Kontrahenten führe, müsse sich zeigen. Es bleibe jedenfalls zu wünschen, dass es im Welthandel künftig gar keiner Zölle mehr bedürfe, sondern allein die Qualität der Güter und Dienstleistungen für den Handelserfolg ausschlaggebend sein möge.

Am heutigen Donnerstagmorgen sollten nach chinesischen Medienberichten die Ergebnisse des Treffens präsentiert werden. Wann dann allerdings die amerikanische Seite via Twitter diese Meldungen kommentieren, dementieren oder bestätigen werde, sei noch unklar.

Man habe sich fast schon daran gewöhnt, dass der Druck auf die britische Premierministerin in Sachen Brexit von Tag zu Tag steige. Vor der für den 15. Januar angesetzten Abstimmung des Parlaments habe Theresa May nun eine erneute Schlappe hinnehmen müssen. So hätten die Abgeordneten durchgesetzt, dass die Regierung ausdrücklich die Zustimmung des Parlaments für einen Austritt aus der EU ohne Deal benötige, bevor sie auf bestimmte Befugnisse bei der Steuer-Gesetzgebung zurückgreifen könne.

Bekanntlich habe May die bereits für Dezember angesetzte Abstimmung über ihre Vereinbarung mit der EU verschoben, weil sie mit keiner Zustimmung habe rechnen können. Seitdem seien die Chancen für ein Votum zugunsten von Mays Deal nicht gestiegen. Im Gegenteil, eine Niederlage für May gelte hier als sicher. Sollte Großbritannien dann freilich in eine Situation ohne Deal mit Brüssel hineinschliddern, würden chaotische Verhältnisse drohen. Kein Wunder, dass die britische Regierung derzeit für den Brexit-Superstau probe. Während derzeit in Dover bei einem Wert von 10.000 Lkw für die Abfertigung pro Fahrzeug zwei Minuten benötigt würden, würden sich bei der Einführung von Grenzkontrollen gigantische Rückstaus bilden.

Vor diesem Hintergrund mache die Idee einer Verschiebung des Brexits sowohl in London als auch in Brüssel die Runde. So berichte es zumindest der "Daily Telegraph". Demnach würden beide Seiten hinter den Kulissen an Plänen arbeiten, Großbritannien wegen der verfahrenen innenpolitischen Lage doch noch über den geplanten Austrittstermin, den 29. März, hinaus in der EU zu halten. Man wäre zumindest offen für eine Verlängerung, wenn London danach fragen würde, heiße es in Brüssel.

Auch die einseitige Rücknahme des Brexits durch die Briten wäre immer noch eine Option. Wie der Europäische Gerichtshof bereits im Dezember 2018 festgestellt habe, könnte London von sich aus den Exit vom Brexit erklären. An der EU-Mitgliedschaft des Landes, samt den beträchtlichen Ausnahmen, die es über die Jahrzehnte ausgehandelt habe, würde sich auch nichts ändern.

Nichts scheine in Sachen Brexit also mehr unmöglich. Vielleicht ließe sich ja auch eine Verschiebung des Austrittstermins mit einem zweiten Referendum, das May allerdings ablehne, und ihrem Abschied von der politischen Bühne koppeln. Ein konkreter Ausweg aus dem Dilemma sei nicht in Sicht und alle Lösungsansätze würden auf Spekulationen basieren und würden der Dimension der Entscheidung nicht gerecht.

Der Name einer bekannten Spieleshow Ende der 70er Jahre "Auf Los geht’s los" könne zu Beginn des neuen Jahres problemlos auf die Emissionstätigkeit der Unternehmen am Primärmarkt für Corporate Bonds übertragen werden. Anscheinend habe man nur auf den Startschuss, den Beginn des neuen Jahres, gewartet. So hätten sich in den ersten beiden Handelswochen Orange, Allianz Finance, Elia System und Veolia am Kapitalmarkt refinanziert.

Dabei habe der größte französische Telekommunikationsanbieter Orange, der vielen Investoren bekannt sein dürfte, insgesamt 3,15 Mrd. Euro mittels drei neuer Bonds eingesammelt. Die erste 1,25 Mrd. Euro schwere Tranche (ISIN FR0013396512 / WKN A2RWEV) sei am 15.07.2024 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,125%. Begeben worden sei das Papier zu 99,964%, was einem Emissionsspread von +85 BP über Mid Swap gleichgekommen sei. Es gebe ein Emittentenkündigungsrecht ab dem 15.04.2024 jederzeit zu 100%. Die zweite Anleihe (ISIN FR0013396520 / WKN A2RWEW) habe ein Emissionsvolumen von ebenfalls 1,25 Mrd. Euro und zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 15.01.2029 einen jährlichen Zins von 2%. Der Reoffer habe bei 99,847% (+120 BP über Mid Swap) gelegen. Orange habe sich auch hier ein Kündigungsrecht von drei Monaten vor Fälligkeit ab dem 15.10.2028 jederzeit zu 100% eingeräumt.

Des Weiteren habe Orange einen 3-jährigen Titel (ISIN FR0013396496 / WKN A2RWEU) laufend bis zum 15.01.2022 und mit einem Kupon von 0,5% begeben. Die 650 Mio. Euro habe das Unternehmen bei 99,973% erfolgreich platzieren können, was einem Spread von +55 BP über Mid Swap entsprochen habe. Das Wertpapier sei seitens Orange 1 Monat vor Endfälligkeit jederzeit zu 100% kündbar. Ebenfalls habe der Konzern bei allen drei Anleihen eine Make Whole Option in den Emissionsbedingungen verankert.

Einer der weltweit größten Versicherungskonzerne, Allianz, habe über seine Finanzierungstochter Allianz Finance insgesamt 1,5 Mrd. Euro emittiert und das Volumen gleichmäßig auf zwei Anleihen aufgeteilt. Mit dem ersten Bond (ISIN DE000A2RWAX4 / WKN A2RWAX) refinanziere sich das Unternehmen bis zum 15.01.2026 zu einem jährlichen Zins von 0,875%. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,313%, was einen Spread von +50 BP über Mid Swap bedeutet habe. Ein optionales Kündigungsdatum ab dem 15.10.2025 zu 100% runde die Emissionsbedingungen ab. Der zweite Bond (ISIN DE000A2RWAY2 / WKN A2RWAY) sei am 15.01.2030 endfällig und werde dabei jährlich mit 1,5% verzinst. Der Reoffer habe bei 99,418% gelegen und damit einem Emissionsspread von +65 BP über Mid Swap entsprochen. Die Anleihe sei ebenfalls drei Monate vor Fälligkeit jederzeit zu 100% kündbar.

Aber nicht nur Allianz Finance und Orange seien in dieser Woche am Kapitalmarkt aktiv geworden. So hätten auch Elia System und Veolia je einen Bond emittiert, und hätten sich ebenfalls für die eher bei institutionellen Investoren beliebte Mindeststückelung von 100.000 Euro entschieden. Der Besitzer sowie Betreiber des gesamten belgischen Hochspannungsnetzes Elia System mit Sitz in Brüssel habe einen neue Bond (ISIN BE0002629104 / WKN A2RV97) begeben und spüle dem Unternehmen damit 500 Mio. Euro in die Kassen. Die Anleger würden für ihr Investment einen jährlichen Kupon von 1,375% erhalten. Fällig werde das Wertpapier am 14.01.2026 und könne seitens des Emittenten ab dem 14.10.2025 jederzeit zu 100% gekündigt werden. Der Reoffer habe bei 99,947% gelegen, was einem Emissionsspread von +93 BP über Mid Swap entsprochen habe. Elia System habe sich zusätzlich eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.

Als Letzter im Bunde habe der französische Konzern Veolia eine Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio. Euro begeben. Der Bond (ISIN FR0013394681 / WKN A2RWAA) zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 14.01.2024 einen festen jährlichen Zins in Höhe von 0,892%. Der Emissionspreis habe bei pari gelegen, was einen Spread von +70 BP über Mid Swap bedeutet habe. Das börsennotierte Unternehmen mit Geschäftsschwerpunkten in den Bereichen Wasser/Abwasser, Abfallentsorgung und Energieversorgung habe neben einer Make Whole Option einen zusätzlichen Kündigungstermin in die Emissionsbedingungen aufgenommen. So sei das Papier drei Monate vor Endfälligkeit jederzeit ab dem 14.10.2023 zu pari kündbar.

Im Sog fallender Aktienkursnotierungen und fallender Renditen bei US-Staatspapieren habe die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen mit 0,15% den tiefsten Stand seit 2017 erreicht. Jedoch sei es infolge sich stabilisierender Aktienmärkte anschließend zu einem Richtungswechsel der Kapitalströme gekommen, was die Rendite innerhalb kürzester Zeit wieder in die Nähe von 0,30% katapultiert habe. Somit könne inzwischen mit Fug und Recht behauptet werden, dass das Rentenbarometer vorerst an der 165er Marke gescheitert sei. Ob es nochmals eine zweite Chance geben werde, hänge nicht zuletzt von den Entwicklungen auf der Insel, Italien und vom Verhalten der US-Regierung (insbesondere von D.T.) ab.

In solchen Phasen könne jedoch die Charttechnik zumindest eine Orientierungshilfe sein. So verlaufe aktuell bei 163,88% eine erste Unterstützungslinie. Da jedoch inzwischen die psychologische Hürde bei 164% zumindest kurzfristig überwunden worden sei, sei eine technische Gegenreaktion zu der Entwicklung seit Jahresbeginn bis ca. 164,45% möglich. Man dürfe also gespannt sein, ob sich die Bullen oder die Bären an der 164er Marke die Zähne ausbeißen würden.

Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei ca. 164,10%, was einer Rendite bei der neuen Benchmarkanleihe von ca. 0,261% entspreche.

In den USA hätten die interessierten Investoren auch in Zeiten der teilweisen Haushaltssperre bei den Laufzeiten aus dem Vollen schöpfen können. So seien Geldmarktpapiere für nominal 145 Mrd. USD als T-Bills mit Laufzeiten von 4 bzw. 8 Wochen sowie 3 bzw. 6 Monate angeboten worden. Des Weiteren seien T-Notes (3 und 10 Jahre) für 62 Mrd. USD sowie zu guter Letzt 16 Mrd. USD als T-Bond (30 Jahre) offeriert worden.

In der Eurozone seien in dieser Woche insgesamt sechs Mitglieder am Kapitalmarkt aktiv geworden. So hätten die Niederlande eine Altemission (ISIN NL0000102234 / WKN A0D2B5/ 2037) und Österreich sogar zwei Anleihen (ISIN AT0000A1ZGE4 / WKN A19VB0/ 2028; ISIN AT0000A1K9F1 / WKN A18X6Q/ 2047) aufgestockt.

Aber auch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland habe entsprechend dem Emissionskalender zum einen die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030559 / WKN 103055/ 2030) um 500 Mio. Euro mit einer realen Durchschnittsrendite von -0,83% auf nunmehr 12,55 Mrd. Euro aufgestockt und zum anderen eine neue zehnjährige Benchmark-Anleihe mit einem Kupon von 0,25% (ISIN DE0001102465 / WKN 110246) bei einer Durchschnittsrendite von 0,29% aufgelegt. Für die angestrebten 4 Mrd. Euro seien zwar Orders über mehr als 5,1 Mrd. Euro aufgegeben worden, aber dennoch seien ca. 821 Mio. Euro in den Eigenbestand des Bundes - zur Marktpflege - umgebucht worden.

Aber auch Belgien habe für Anleger eine Anleihe (ISIN BE0000347568 / WKN A2RWAW) mit Endfälligkeit in zehn Jahren zu bieten gehabt. Ausgestattet mit einem Kupon von 0,9% seien 6 Mrd. Euro zu 99,566% offeriert und platziert worden. Irland, das ebenfalls in diesem Laufzeitsegment um Investoren buhle, habe sogar einen jährlichen Zins von 1,10% bei der neuen 4 Mrd. Euro schweren Emission (IE00BH3SQ895) festgeschrieben und Portugal biete mit der neuen Anleihe (PT0TEXOE0024) sogar eine jährliche Verzinsung von 1,95%.

Am heutigen Donnerstag werde Frankreich, das bereits kurz vor Jahresende für das Jahr 2019 eine Emissionsoffensive in Höhe von ca. 200 Mrd. Euro angekündigt habe, bei den ersten Altemissionen die bisherigen Volumina (ISIN FR0013341682 / WKN A1911P/ 2028; ISIN FR0013313582 / WKN A19VU4/ 2034; ISIN FR0013257524 / WKN A19HR9/ 2048) erhöhen, um den finanziellen Spielraum infolge der Forderungen der "Gelbwesten" zu erhöhen. Den Schlusspunkt werde hinsichtlich der Mittelaufnahme am Kapitalmarkt am morgigen Freitag Italien setzen. Angesichts der im Markt verfügbaren Liquidität sei auch in den kommenden Wochen nicht damit zu rechnen, dass die Nachfrage abebbe.

Der Winter zeige, was er könne, und habe schon zu Beginn des neuen Jahres jede Menge Schnee und eisige Temperaturen zu bieten. Was das neue Jahr 2019 an den internationalen Märkten für uns bereit hält, wird sich in den nächsten zwölf Monaten noch zeigen, so Stopp.

Am Devisenmarkt präsentiere sich die europäische Gemeinschaftswährung bislang stabil und profitiere von der Schwäche der Anderen. Sofort zum Jahresauftakt sei der Euro an der Marke von 1,15 USD gekratzt und habe diese nur hauchdünn verpasst. Mit 1,1497 USD habe die Einheitswährung somit gleich am ersten Handelstag im neuen Jahr ein erstes Hoch markiert. Im weiteren Handelsverlauf habe der Euro zunächst verloren und sei zwischenzeitlich bis auf 1,1309 USD zurückgefallen. Jedoch habe sich die gemeinsame Währung wieder schnell erholen können, habe sich im späten Mittwochhandel auf 1,1570 USD hoch geschraubt und notiere zur Stunde bei 1,1555 USD.

In Anbetracht der Tatsache, dass nur noch wenige Wochen zum Mildern möglicher Brexit-Auswirkungen zur Verfügung stünden, zeige sich das Britische Pfund schwankungsanfällig auf jede neue Meldung zu diesem Thema. So sei der Euro am 3. Januar zeitweise bis auf 0,91084 GBP gestiegen und habe damit ein neues 12-Monatshoch markiert. Im Vorfeld der am 15. Januar anstehenden Brexit-Abstimmung habe sich das Pfund Sterling allerdings inzwischen wieder etwas stabilisieren können. Zur Stunde werde der Euro mit ca. 0,9050 GBP bewertet.

In der ersten Berichtswoche 2019 hätten sich viele Privatanleger vornehmlich in Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Norwegische Kronen, Australische Dollar sowie auch Türkische Lira und Südafrikanische Rand engagiert.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (10.01.2019/alc/a/a)





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