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Inflation und Government Shutdown in den USA


11.01.19 11:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA wird heute die Preisentwicklung im Mittelpunkt stehen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Während die Inflation aufgrund der zuletzt niedrigeren Ölpreise von den Analysten leicht fallend erwartet werde, dürfte die Kernrate - welche die Entwicklungen bei Öl und Lebensmitteln herausrechne - stabil bleiben. Ein Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat würde die Jahresrate bei 2,2 Prozent belassen.

Am Samstag könnte der momentane US Government Shutdown zum längsten in der Geschichte des Landes werden. Länger noch als der Shutdown unter Bill Clinton im Jahr 1995, der ganze 21 Tage angehalten habe. Momentan sehe es ganz danach aus, als könnte der Stillstand weiter andauern. Noch am Mittwoch habe Trump nämlich ein Spitzentreffen mit Vertretern der Demokraten nach einem frühzeitigen Abbruch als Zeitverschwendung bezeichnet.

Dabei scheine Trump seine Mauer wichtiger zu sein als die US-Konjunktur, denn es würden sich bereits erste Auswirkungen des Shutdowns auf die Realwirtschaft zeigen. Zum einen könnten keine neuen Firmen an die Börse gehen, da der US-Börsenaufsicht 94 Prozent ihrer Mitarbeiter fehlen würden. Außerdem hätten durch die Schließung des Handelsministeriums wichtige Wirtschaftsdaten zum Häusermarkt und Außenhandel nicht veröffentlicht werden können. Letzteres erschwere dabei auch die Geldpolitik der FED. Sie habe zuletzt angekündigt, zukünftig datenabhängiger reagieren zu wollen.

Falle die Inflation morgen niedriger als erwartet aus und sollte der Shutdown anhalten, könnte der EUR/USD-Wechselkurs die 200-Tages-Linie, die aktuell bei 1,1629 liege, überschreiten, was dem Euro zu weiterer Stärke verhelfen könnte. (11.01.2019/alc/a/a)