Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihen auf Autobauer - Das Ende des Verbrennungsmotors? Anleihenanalyse


23.09.21 08:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Automobilkonzernen eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die "Erfolgsgeschichte" brennstoffbetriebener Motoren dauere inzwischen 133 Jahre an. Doch zunehmend scheinen strengere Klimavorschriften sowie der Fokus der Investoren auf Elektromobilität ein treibender Faktor für dessen baldige Abschaffung zu sein, so die Bank Vontobel Europe AG. Dementsprechend häufe sich die Medienberichterstattung rund um die konkreter werdenden Zukunftspläne der Automobilindustrie für ein zeitnahes Ende des Verbrennungsmotors.

So habe beispielsweise der Marketing-Vorstand von Volkswagen, Klaus Zellmer, angekündigt: "Zwischen 2033 und 2035 steigen wir in Europa aus dem Geschäft mit Verbrenner-Fahrzeugen aus". Mit dieser Grundhaltung sei er alles andere als allein. Weitere namhafte Autobauer aus aller Welt wie beispielsweise die deutsche Daimler AG, die amerikanische Ford Motor Company oder die koreanische Hyundai würden viel in ihre Elektro-Ambitionen investieren. Wie und wann der Ausstieg letztendlich erfolgen solle, würden die nächsten Jahre zeigen.

Obwohl sich laut einer Mobilitätsstudie des Automobilzulieferers Continental im Jahre 2020 weniger als zwei Drittel aller Deutschen den Kauf eines Elektroautos vorstellen könnten, würden sich immer mehr namenhafte Autohersteller zu einem endgültigen Ausstieg aus der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren verpflichten. Häufig genannte Gründe gegen ein Elektroauto seien geringe Reichweiten, eine unzureichende Flächenabdeckung von Ladestationen sowie lange Ladezeiten.

Einer der Gründe für den Ausstieg der Automobilindustrie aus dem Segment mit Verbrennungsmotoren sei die Belohnung einer klaren Elektromobilitätsstrategie durch die Investoren. Laut Benjardin Gärtner, Leiter Portfoliomanagement bei der Union Investment, sei die Mehrheit der Investoren bereit, für ein rein auf Elektromobilität basierendes Geschäftsmodell eine höhere Prämie zu bezahlen. Bestes Beispiel sei das große Investoreninteresse für Automobilhersteller, die sich im Elektromobilitätssegment positioniert hätten, wie Tesla oder das chinesische E-Auto-Startup Nio. So übersteige Teslas Marktkapitalisierung inzwischen die des Volkswagen-Konzerns deutlich. Zudem würden nachhaltig orientierte Investoren oder entsprechende Fonds meist nur auf Hersteller mit Modellpalette ohne Verbrennungsmotor setzen.

Der zweite Grund für die beschleunigten Ausstiegsbekundungen seien strengere CO2-Vorschriften in vielen Industriestaaten. Gemäß einem Bericht von "Zeit Online" müssten die Autobauer ihre CO2-Bilanz verbessern, um einer potenziellen Strafe von Mrd. 1 EUR zu entgehen. Entsprechend wachse der Druck auf die Automobilindustrie. Die Vermarktung entsprechender Elektromodelle müsse also noch schneller erfolgen. Einige der bekanntesten Automobilhersteller hätten ihrerseits bereits Zeitpunkte festgesetzt, an denen entweder die letzte Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren beginne oder nur noch rein elektrische Fahrzeuge hergestellt werden sollten. So plane Daimler, sich bis zum Ende des Jahrzehnts vom Verbrennungsmotor zu verabschieden, VW rechne mit einem Ausstieg zwischen 2033 und 2034.

Die Europäische Kommission habe im Juli 2021 einen Vorschlag für ein Maßnahmenpaket angenommen, in dem die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden könnten. Erreicht werden solle dies über "ambitionierte" Ziele in den Bereichen Klima, Energie, Landnutzung, Verkehr und Steuern. Die Verringerung der Emissionen im kommenden Jahrzehnt sei ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum "europäischen Grünen Deal" - Europas Ambitionen bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent der Welt zu werden.

Weltweit würden immer noch 1,35 Milliarden Autos über die Straßen rollen, die meisten davon mit Verbrennungsmotor. Um gegen die zunehmenden Emissionen aus dem Straßenverkehr vorzugehen, sei eine Kombination von Maßnahmen erforderlich, die den Emissionshandel ergänze. Strengere CO2-Emissionsnormen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge würden den Übergang zur emissionsfreien Mobilität beschleunigen, da die durchschnittlichen jährlichen Emissionen neuer Fahrzeuge ab 2030 um 55 Prozent niedriger als 2021 sein müssten. Im Ergebnis würden alle ab 2035 zugelassenen Neuwagen emissionsfrei sein (Quelle: Europäische Kommission).

Das Emissionsziel Europas wäre gleich bedeutend mit einem Verkaufsverbot von Autos mit Verbrennungsmotoren. In den USA hätten bisher nur zehn von 50 Bundesstaaten Verbrenner-Verbote beschlossen, darunter Umwelt-Vorreiter Kalifornien ab dem Jahre 2035. In China solle nach dem Willen der Zentralregierung sogar erst 2060 Schluss sein.

Immer mehr Autobauer würden sich ambitionierte Ziele für den endgültigen Ausstieg aus der Autoproduktion mit Verbrennungsmotor setzen. Eine klare strategische Zielsetzung könnte den Autobauern zu einem gefestigten Standpunkt in der neuen, emissionsfreien Automobilindustrie verhelfen. Hiervon könnten Anleger profitieren. Bis dieser Wandel komplett vollzogen sei, sollten die Autobauer mit Verbrennungsmotoren, laut der "Tagesschau", weiterhin vom Handel mit CO2-Zertifikaten abhängig bleiben, um die Emissionsziele zu erfüllen. Mit Hebelprodukten, welche als Basis Future-Kontrakte auf CO2-Emissionsrechte hätten, könnten potenzielle Anleger auch an dieser Entwicklung partizipieren.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf BYD, Nio (ISIN US62914V1061 / WKN US62914V1061) und Tesla. Der Kupon sei auf 22,00% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der 16.09.2022 sei als Bewertungstag fixiert worden, fällig sei die Anleihe am 23.09.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 04.10.2021. (Stand: 23.09.2021, 08:45)

Interessant sei auch die 12,00% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VX1CEK0 / WKN VX1CEK) auf BMW, Daimler sowie Porsche (ISIN DE000PAH0038 / WKN PAH003, Vz.). Der Basispreis liege bei 100,00%, die Barriere betrage 75,00%. Der Nennbetrag belaufe sich auf 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 16.09.2022 und der Fälligkeitstag der 23.09.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 04.10.2021. (Stand: 23.09.2021, 08:47)

Korrelationsrisiko:

Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert. (Ausgabe vom 22.09.2021) (23.09.2021/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
105,60 € 105,58 € 0,02 € +0,02% 22.10./19:59
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000VX1FPY0 VX1FPY 105,97 € 98,69 €
Werte im Artikel
32,90 plus
+3,69%
909,68 plus
+1,75%
85,69 plus
+1,72%
88,40 plus
+1,42%
101,43 plus
+0,68%
82,11 plus
+0,46%
105,60 plus
+0,02%
38,88 minus
-2,73%