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Italienische Wirtschaftsflaute schürt Skepsis bei Anlegern


11.02.19 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Schnellschätzung zum BIP-Wachstum im 4. Quartal bereits aufgezeigt hat, dass Italien im 2. Halbjahr 2018 technisch in eine Rezession gerutscht ist, bestätigte am Freitag der abermalige Rückgang der Industrieproduktion um 0,8% gg. Vm. im Dezember (November: -1,7%) die aktuelle Schwäche der italienischen Wirtschaft, berichten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

In Anbetracht des negativen statistischen Überhangs sowie zuletzt enttäuschender Frühindikatoren haben wir unsere BIP-Prognose für dieses Jahr auf 0,2% gg. Vj. gesenkt (zuvor: 0,7%), wodurch sich das geplante Haushaltsdefizit in Italien auf 2,4% des BIP ausweiten und die Staatsschuldenquote auf 132,4% ansteigen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dies dürfte nicht nur im Hinblick auf die Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes für neue Konflikte mit der EU-Kommission sorgen, sondern vor allem auch die Bewertung der Ratingagenturen hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit der drittgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone negativ beeinflussen.

Die zunehmende Gefahr einer Herabstufung des italienischen Kreditratings infolge der sich eintrübenden Konjunkturaussichten habe sich zuletzt deutlich in der Renditeentwicklung 10-jähriger italienischer Staatsanleihen widergespiegelt. So sei am Freitag die Zinsdifferenz zu den deutschen Pendants auf über 2,90% und damit in die Nähe des 5-Jahreshochs im letzten November gestiegen. (11.02.2019/alc/a/a)