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Japanische Investoren bevorzugen französische Anleihen


15.05.19 09:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Kapitalmärkte haben sich gestern leicht erholt, und der Japanische Yen gab gegen den Euro etwas nach, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Seit Monatsbeginn habe der Japanische Yen von den steigenden Unsicherheiten allerdings deutlich profitiert und sei gegen den US-Dollar um 1,6 Prozent gestiegen, gegen den Euro immerhin um 1,3 Prozent. Die jüngsten Daten des japanischen Finanzministeriums würden darauf hindeuten, dass hinter der Yen-Stärke seit Jahresbeginn Struktur stecken könnte: Im März hätten japanische Investoren demnach US-Anleihen im Wert von 6,7 Milliarden Euro verkauft und im Gegenzug für fast 25 Milliarden Euro französische Staatsanleihen gekauft. Dieser Abschied von US-Staatsanleihen belaste den US-Dollar, europäische Anleihen würden hingegen währungsgesichert und daher ohne Auswirkung auf den Euro gekauft.

Der Grund dafür liege auf der Hand: Japanische Anleger müssten wegen der unterschiedlichen Geldmarktzinsen fast drei Prozent pro Jahr für US-Dollar-Absicherungen bezahlen; für eine Euro-Absicherung bekämen sie hingegen de facto Geld zurück. Aus japanischer Sicht würden währungsgesicherte französische Staatsanleihen daher eine höhere Rendite abwerfen als US-amerikanische. Bleibe die Situation so, müsste der Japanische Yen also weiter profitieren. (15.05.2019/alc/a/a)