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Powell-Anhörung im Fokus


10.07.19 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Heute stehen die Anhörung von FED-Chef Powell vor dem Finanzausschuss des US-Kongresses und das Protokoll der FOMC-Sitzung vom 18./19. Juni im Mittelpunkt des Interesses, so die Analysten der Helaba.

Insbesondere Powell hätte Gelegenheit, Einfluss auf die Zinserwartungen zu nehmen. Eine Senkung Ende dieses Monats werde vollständig eskomptiert. Mit einer Reduzierung des Leitzinsbandes um 50 BP werde inzwischen aber nicht mehr gerechnet. Möglicherweise gebe es weiteren Korrekturbedarf, zumal die FED bei einem Schritt im Juli den Eindruck erwecken könnte, dass sich die US-Notenbank von Präsident Trump beeinflussen lasse. Insofern gelte es heute, an den Lippen des FED-Chefs zu hängen.

Von konjunktureller Seite stünden heute die Produktionszahlen in Frankreich und Italien zur Veröffentlichung an. Der in Deutschland gemeldete Produktionsanstieg um 0,3% VM habe angesichts des kräftigen Rückgangs im Vormonat (-2,0%) enttäuscht. Hinweise auf eine schwache Produktionstätigkeit gebe es nicht nur von der Entwicklung der Auftragseingänge. Zur Vorsicht mahne auch der seit Anfang dieses Jahres zu beobachtende Rückgang der Industriestimmung. Auf EWU-Ebene sei der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes von seinem zyklischen Hoch im Dezember 2018 (60,6 Punkte) sukzessive gesunken. Inzwischen habe er sich unterhalb des Expansionsbereichs (zuletzt: 47,6) festgesetzt. Insofern dürfte die Produktionstätigkeit zunächst gedämpft bleiben. Gesamtwirtschaftlich gebe es aber kein Rezessionssignal, denn der Service-PMI liege klar im Wachstumsbereich und die Indices seien zuletzt auch weiter gestiegen. (10.07.2019/alc/a/a)