Protect Aktienanleihen auf Alphabet: Weitaus mehr als nur Google - Anleiheanalyse


16.05.19 10:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Alphabet eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Nachdem die Quartalszahlen des Internetkonzerns und Google-Suchmaschinenbetreibers Alphabet die Erwartungen verfehlt hätten, sei es mit dem Aktienkurs bergab gegangen. Der schwelende Handelskonflikt habe zu weiteren Abgaben beim Aktienkurs geführt. Sei das gerechtfertigt oder seien die Investoren hier zu risikoavers?

Der Name Google sei wahrscheinlich jedem ein Begriff, als das Unternehmen immer weiter gewachsen sei, habe man sich 2015 schließlich dazu entschieden, eine Dachgesellschaft, die Alphabet Inc. zu gründen. Weiterhin würden die beiden Gründer Larry Page und Sergey Brin die Kontrolle über das Unternehmen behalten und noch immer 52% der Stimmrechte halten.

Die Holding-Struktur beherberge neben den Kern Dienstleistungen, die unter der Marke Google laufen würden, noch einige weitere Segmente. Besonders spannend seien zum Beispiel die folgenden:

Capital G

Private Beteiligungen seien eine Form der alternativen Investments, die Kleinanlegern kaum zugänglich seien, aber in der Vergangenheit extreme Renditen hätten einfahren können. Jährlich investiere die Gesellschaft ca. 300 Mio. USD, vor allem in schon in einer fortgeschrittenen Wachstumsphase befindliche Unternehmen. Der Fokus liege klar auf Technologie Firmen und die Beteiligungen seien gewinnorientiert. Bekannte Titel im Portfolio seien z.B. Lyft, Glassdoor oder Robinhood. Außerdem habe Alphabets M&A Team in SpaceX investiert. Die Absicht dahinter sei laut Presseberichten eine globale Internet-Abdeckung. Anfang der Woche habe Elon Musk ein Bild einer SpaceX Rakete mit 60 WiFi-Satelliten an Board getwittert, bald sollten auch die entlegensten Gegenden mit schnellem Internet versorgt sein. Ein ganz ähnliches Projekt verfolge auch Alphabets Forschungsabteilung "X".

X

Dieser Teil des Unternehmens forsche an den verschiedensten Zukunftsthemen, beispielsweise dem unendlichen Leben, einem in eine Brille integrierten Miniaturcomputer, den Google Glasses oder auch Drohnenprojekten. Die Google Gründer würden sich hier persönlich besonders stark engagieren und möchten einen erheblichen Beitrag zum Fortschritt der Menschheit leisten. Mit seinen riesigen finanziellen Ressourcen habe Alphabet bereits die weltbesten Forscher zu Themen wie der künstlichen Intelligenz oder Robotik angeworben oder ganze Labore gekauft.

Googles eigenes Internetprojekt solle eine Verbindung mit Hilfe von in der Stratosphäre befindlichen Ballons ermöglichen und sei ein Alternativansatz zu der von SpaceX verfolgten Variante. Auch an autonomen Fahrzeugen werde intensiv geforscht. Die beiden letzteren Unternehmungen seien bereits als eigenständige Firmen, unter den Namen Project Loon respektive Waymo, in die Dachgesellschaft ausgelagert worden. Entwicklungen aus der Forschungsabteilung würden sich in der aktuellen Produktpalette wieder finden, Androids Spracherkennung oder Youtubes Algorithmus würden diese mit einbeziehen und so eine kontinuierliche Verbesserung erfahren. Auch wenn Google in manchen Bereichen ein Monopol habe, stagniere die Innovation nicht.

GV

Wie die Beteiligungssparte agiere auch der Venture Capital Arm unabhängig von Google und mit finanzieller Motivation. Der Fonds verwalte Insgesamt über 2,5 Mrd. USD und investiere weltweit in Start-Ups, bisher in über 300. Uber, Slack oder DocuSign seien Beispiele für erfolgreiche Investitionen. Als Dienstleister stelle GV Portfoliounternehmen den Zugang zu operativer Hilfe zur Verfügung.

Zurzeit liege die Marktkapitalisierung bei ca. 811 Mrd. USD, was für Rang 4 der wertvollsten Firmen reiche. Der Gewinn habe bei 9,50 USD je Anteilsschein gelegen, bereinigt um Einmaleffekte habe der Gewinn je Aktie hingegen bei 11,90 USD gelegen. Die Umsatzerlöse seien um knapp 18% auf 36,3 Mrd. USD gestiegen. Der Gewinn habe im abgelaufenen Quartal bei 8,3 Mrd. USD gelegen, davon seien jedoch knapp 1,7 Mrd. USD in Form einer Strafe an die EU gegangen. Das sei nicht die erste Strafe gewesen, die über Google verhängt worden sei und stelle eins der größten Risiken für den Konzern dar.

Besonders radikale Gegner des Internetgiganten würden immer wieder zu seiner Zerschlagung aufrufen. Einen Datenskandal im Facebook Ausmaß habe sich Google jedoch noch nicht zu Schaden kommen lassen. Die Vorwürfe würden weitestgehend die Erhaltung und Förderung des Wettbewerbs betreffen. Bisher würden sich die gesammelten Daten für Alphabet eher als das viel zitierte "Gold des 21. Jahrhunderts" erweisen. Der Konzern habe wohl mit die Größte private Datensammlung und füttere damit seine Algorithmen. Das Kerngeschäft genieße einen kompetitiven Vorteil, da man seine Kunden besser "kennt" als alle anderen Anbieter. Dieser Vorsprung werde immer weiter ausgebaut, da Services wie Google Pay auch gleichzeitig neue Datenquellen erzeugen würden.

Zu beachten sei auch, dass Google theoretisch noch der chinesische Markt zur Verfügung stehe. Nachdem die Zensur dort vor über zehn Jahren zugenommen habe, habe der Gigant das Land verlassen und Platz für chinesische Konkurrenten wie Baidu und Tencent gemacht. Google CEO Sundar Pichai habe letzten Monat im Interview mit der Financial Times gesagt, dass Google vorerst keinen Wiedereintritt in den chinesischen Markt plane. Dies wäre also allenfalls eine mittel- bis langfristige Chance für weiteres Wachstum.

Die schwächeren Zahlen, in Verbindung mit dem Handelskonflikt, der vergangenen Freitag vorerst seinen Höhepunkt erreicht habe, hätten den Aktienkurs in den letzten zwei Wochen gedrückt. Anleger müssten sich die Frage stellen, ob dies Ihrer Meinung nach gerechtfertigt sei oder eine günstige Einstiegsgelegenheit biete.

Angesichts des enormen langfristigen Wachstumspotenzials biete es sich durchaus an auf steigende Kurse des Technologieunternehmens zu setzen. Die breite Streuung auf Zukunftsthemen könnten in Zukunft noch zu weiteren Kurssteigerungen führen. Der Aktienkurs leide zwar unter dem Handelsstreit, das operative Geschäfte sollte allerdings nicht sonderlich stark. Haupt-Umsatztreiber sei momentan nach wie vor das Geschäft mit Werbeanzeigen. Wobei bei letzterem eine gewisse Umstrukturierung des Geschäftes geplant sei. Kürzlich habe man sich die begehrten Übertragungslizenzen für NBA Spiele gesichert, um dem klassischen Fernsehen weiter Konkurrenz zu machen.

Auch den Streaming Anbietern habe man, mit eigenen Serien und YouTube Music, den Kampf angesagt. Abo-Modelle sollten den Cash-Flow weiter erhöhen und die Profitabilität steigern. Plattformeffekte sollten Alphabet auch zukünftig den enormen Marktanteil sichern. Es sei womöglich nur eine Frage der Zeit, bis sich eine von Googles Wagnisinvestitionen oder Erfindungen zu einem neuen Standbein für den Konzern entwickele und vielleicht sogar die Vision der Gründer erfülle - langfristig einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Menschheit beizutragen.

Die (stimmrechtslose) Alphabet C Aktie werde aktuell bei 1132,03 USD (14.05.2019) gehandelt. Das 52-Wochen-Hoch habe bei 1289,27 USD (29.04.2019) gelegen, das 52-Wochen-Tief bei 970,11 USD (24.12.2018). Bei Bloomberg würden 37 Analysten die Aktie auf BUY setzen, 5 auf HOLD und kein Analyst auf SELL.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine Protect Aktienanleihe auf die Aktie von Alphabet A. Die Anleihe sei mit einem Kupon von 4,70% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 98,06%. Die Barriere liege bei 59,73%. Die Laufzeit der Anleihe ende am 20. März 2020.

Interessant sei zudem eine Protect Aktienanleihe (ISIN DE000VF5PXX8 / WKN VF5PXX) (Quanto EUR) auf die Aktie von Alphabet C. Die Anleihe sei mit einem Kupon von 3,50% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00%. Die Barriere liege bei 85,00%. Die Laufzeit der Anleihe ende am 26. Juni 2020. Die Protect Aktienanleihe könne noch bis zum 3. Juni 2019 gezeichnet werden.

Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig sei, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs könne sich immer auch anders entwickeln, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. Zudem seien vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Anleger seien dem Risiko der Insolvenz, das heiße einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 15.05.2019) (16.05.2019/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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