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Rentenmärkte Eurozone: Sicherheit ist Trumpf


08.11.18 12:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Investoren am Euro-Staatsanleihenmarkt blicken auf einen turbulenten Handelsmonat zurück, so die Experten von Union Investment.

Zunächst seien die Kurse stark unter Druck gekommen. Dabei habe die Bewegung ihren Ursprung in den USA gehabt. Dort hätten sich die US-Notenbanker für eine weiterhin restriktivere Geldpolitik ausgesprochen und sowohl am Heimatmarkt als auch in Europa für Kursverluste gesorgt. Die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit sei bis auf 0,58 Prozent angestiegen.

Im weiteren Monatsverlauf hätten die Befürchtungen vor einem womöglich bevorstehenden konjunkturellen Abschwung für hohe Kursverluste an den Aktienmärkten gesorgt. In dieser Marktphase habe die oft beschriebene negative Korrelation zwischen Aktien- und Rentenmarkt sehr gut funktioniert. Die als sicher geltenden Staatsanleihen aus den Kernländern seien in diesem stürmischen Umfeld gefragt gewesen und hätten die zuvor erlittenen Verluste vollständig wieder aufgeholt. Als stützend hätten sich auch mehrheitlich enttäuschende Konjunkturdaten erwiesen.

Von den rückläufigen Renditen hätten Peripherieanleihen nur zum Teil profitieren können, denn das Thema Italien sei den Marktteilnehmern erhalten geblieben. Im Haushaltsstreit zwischen Italien und der Europäischen Union seien beide Parteien hart geblieben und hätten sich somit kein Stück angenähert. Die Aussicht auf eine demnächst noch stärker steigende Verschuldung habe die Risikoaufschläge wieder in die Höhe getrieben. Während die Kurse von Papieren aus Portugal, Spanien und Griechenland weitgehend stabil geblieben seien, sei es in Italien zu einem erneuten Renditeanstieg auf zwischenzeitlich rund 3,7 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen gekommen.

Darüber hinaus habe die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote für Italien gesenkt. Die Kreditwürdigkeit befinde sich nun an der Schwelle zum Ramschniveau. Eine negative Marktreaktion auf die Ratingentscheidung sei aber ausgeblieben, da der Ausblick als stabil eingeschätzt worden sei und die Bonitätswächter von Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit nicht herabgestuft hätten. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign seien Euro-Staatsanleihen im Vergleich zum Vormonat unverändert geblieben. Bei genauerer Betrachtung hätten sich aber Verluste (-0,8 Prozent) bei Peripherieanleihen und Zuwächse (+0,5 Prozent) bei Papieren aus den Kernstaaten ergeben. (Ausgabe Oktober 2018) (08.11.2018/alc/a/a)