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Rentenmärkte: Freundlicher Januar, vor allem für risikobehaftete Papiere


11.02.19 11:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Anfangs setzte sich der Trend zu niedrigeren Renditen noch fort, da Anleger vor dem Hintergrund massiver Konjunktursorgen nicht bereit waren, höhere Risiken einzugehen, so die Experten von Union Investment.

Doch schon kurze Zeit später habe sich das Blatt gewendet, als die US-Notenbank eine mögliche Pause im Zinserhöhungszyklus angekündigt habe. Im späteren Verlauf hätten die Marktteilnehmer die bisher angedachten Zinsschritte sogar für das gesamte Jahr ausgepreist. Man wolle datenabhängiger agieren, habe es geheißen. Prompt hätten sich Anleger wieder ins Risiko gewagt und es sei zu einer Gegenbewegung gekommen. Im weiteren Verlauf hätten sich jedoch einige Konjunkturdaten verschlechtert. Gerade vonseiten des US-Verbrauchers - der wichtigsten Stütze der US-Wirtschaft - seien ernüchternde Daten gekommen. Es habe allerdings auch durchaus Anlass gegeben, Trübsal zu blasen. Im Streit um die Gewährung von zusätzlichen Mitteln für den Bau einer Mauer zu Mexiko sei es zur längsten Haushaltssperre in der Geschichte der USA gekommen. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index habe sich ein Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat ergeben.

Am Euro-Staatsanleihenmarkt sei ein ähnlicher Verlauf zu beobachten gewesen. In Kombination mit den schwachen Konjunkturdaten sei die Furcht vor steigenden Renditen merklich zurückgegangen und es habe sich eine große Nachfrage seitens der Anleger entwickelt. In den darauf folgenden Wochen seien dabei vor allem jene Anleihen gesucht gewesen, die zuvor stark unter Druck geraten seien. Papiere aus den Peripherieländern seien besonders gefragt gewesen. Hier habe auch geholfen, dass die Diskussion um den italienischen Haushalt gänzlich verstummt sei. Viele Emittenten hätten den Risikoappetit der Investoren genutzt, um am Markt neue Papiere zu platzieren. Die Geschehnisse rund um den Brexit hätten zum Monatsende dann auch wieder Kernanleihen gestützt, weshalb Euro-Staatsanleihen stärker zugelegt hätten als Papiere aus den USA. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index habe der Gesamtmarkt im Januar um 1,1 Prozent zugelegt.

Unternehmensanleihen hätten ebenfalls um 1,1 Prozent zugelegt. Die Aussicht auf eine Zinspause in den USA und wieder höhere Rohstoffpreise habe Papiere aus den Schwellenländern beflügelt, die ein kräftiges Plus von 4,4 Prozent verbucht hätten. (Ausgabe Januar 2019) (11.02.2019/alc/a/a)