Erweiterte Funktionen

Sind die Ankündigungen der FED-Käufe größer als der Appetit?


22.05.20 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nachdem diese Woche die beiden IG-Kreditprogramme der FED (PMCCF und SMCCF) mit dem Kauf von ETFs und Unternehmensanleihen in Betrieb gegangen sind, beginnt der Markt zu debattieren, wie viel die FED tatsächlich kaufen könnte, so die Analysten von Postbank Research.

Im Gegensatz zur EZB, die den Umfang ihrer monatlichen Unternehmensanleihekäufe im Vorfeld angekündigt habe, habe die FED von einer solchen Orientierungshilfe abgesehen. Nach Schätzung der Deutschen Bank könnten die Käufe im Rahmen der SMCCF durchschnittlich etwa 25 bis 37 Milliarden USD pro Monat betragen. Dabei werde allerdings erwartet, dass der Umfang der Käufe in den ersten Monaten höher sein werde und sich im Laufe der Zeit im Zuge einer verbesserten Marktlage reduziere. Damit könnte das Volumen der SMCCF bei maximal 75 Prozent der geplanten Gesamtkapazität liegen. Eine noch geringere Ausnutzung werde für die PMCCF erwartet. Aufgrund der relativ hohen Kosten sowie der Angst vor einem möglichen Stigma bei Inanspruchnahme des Programms rechne die Deutsche Bank damit, dass lediglich zehn Prozent der potenziellen Feuerkraft ausgenutzt würden. Insgesamt könnten daher maximal 30 Prozent der für PMCCF und SMCCF geplanten Gesamtkapazität von 750 Milliarden USD zum Tragen kommen. (22.05.2020/alc/a/a)