Staatsanleihen: Abwärtsrisiko nicht gebannt


05.03.21 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Staatsanleihen der EWU-Kernländer setzten gestern zu einer Erholung an, was zum Handelsschluss jedoch wieder der Vergangenheit angehörte, da US-Renditen nach der Powell-Rede deutlich stiegen, so die Analysten der Helaba.

Marktteilnehmer hätten sich enttäuscht, dass der FED-Chef keine klaren Handlungsabsichten kundgetan habe. EZB-Ratsmitglied Klaas Knot habe sich gestern zudem optimistisch zum Wirtschaftsausblick für das zweite Halbjahr 2021 geäußert. Dies würde vom Markt bereits vorsichtig eingepreist werden. Die letzten Daten zu den Anleiheankäufen hätten gezeigt, dass die EZB sich momentan verstärkt auf verbale Interventionen konzentriere, um einem weiteren Zinsanstieg entgegenzuwirken. Sollten die Renditen aber erneut steigen, scheine möglich, dass die Notenbank ihr Ankaufprogramm flexibel nutzen könnte. Diese Flexibilität zu Interventionen hätten in den letzten Tagen einige Notenbankvertreter betont.

Vor der Notenbanksitzung der EZB nächste Woche werde es keine Unterstützung vonseiten von Redebeiträgen geben. Nachgebende Notierungen an den Aktienmärkten scheinen zwar vermeintlich sichere Staatstitel zu stützen, jedoch bleibt das Abwärtsrisiko bestehen, so die Analysten der Helaba. Auch die technische Ausgangslage spreche für einen nachgebenden Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) (März-Kontrakt). So seien die Indikatoren im Tageschart nach unten gerichtet und die Januar-Abwärtsbewegung sei intakt. Deren Widerstandslinie verlaufe heute bei 174,49 und stelle eine erste Hürde dar. Darüber würden die Analysten einen markanten Widerstand bei 175,02 lokalisieren. Haltemarken seien zunächst bei 173,66 und bei 173,58 zu finden. Darunter würden Verluste bis 172,08 drohen. (05.03.2021/alc/a/a)