Thailand: Leitzinssenkung in den kommenden sechs Monaten?


10.07.19 14:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Leistungsbilanzüberschuss lag in Thailand im ersten Quartal 2019 bei sage und schreibe 9,8 Prozent des Bruttoinlandproduktes, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Dies habe zu einer Aufwertung des Baht geführt, der seit Beginn des Jahres mehr als acht Prozent gegenüber dem Euro habe zulegen können. Die Währungsstärke führe nun jedoch zu Problemen. Eine Aufwertung des Baht um ein Prozent verringere die Exporte um etwa 0,3 bis 0,6 Prozent, da thailändische Produkte für Ausländer teurer würden. Importe würden hingegen billiger, was deren Nachfrage stimuliere. Die Aufwertung könne dementsprechend dämpfende Effekte für die Wirtschaft und Verbraucherpreise in Thailand haben. Inflation und eine starke Konjunktur seien für Thailands Privatwirtschaft jedoch eine wichtige Voraussetzung, um dem angehäuften Schuldenberg zu entwachsen. Die thailändische Notenbank könnte sich daher bald genötigt sehen, die Aufwertung des Baht durch eine Kontrolle der Kapitalzuflüsse oder Devisenmarktinterventionen zu stoppen.

Der Markt sehe die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung in den kommenden sechs Monaten bei 50 Prozent. Auch ein Ausgabenprogramm der Regierung, das den Leistungsbilanzüberschuss verringern und die Konjunktur stützen würde, werde in Betracht gezogen. Insgesamt scheine es, als ob die Stärke des Baht bald zu einem Ende kommen könnte. (10.07.2019/alc/a/a)