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USA: Die Grenzen der Verschuldung - Wird FED durch QE die Zinsen beeinflussen?


15.03.19 09:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Nachgang zur Finanzmarktkrise 2008 reagierte die Geld- und Fiskalpolitik in den Industrieländern mit außergewöhnlichen Maßnahmen, um der besonderen Schärfe der Krise entgegenzutreten, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Viele der eingeleiteten Instrumente, allen voran die quantitative Lockerung, bestünden aber bis heute. Sie seien auf dem Weg, ein gängiger Instrumentenmix von Geld- und Fiskalpolitik zu werden. Würden sich die konjunkturellen Aussichten eintrüben, so gelte eine Neuaufnahme von QE und Co als mögliche Reaktion der Zentralbank.

Am deutlichsten sei dies in den USA zu beobachten. Die Deutsche Bank AG rechnet bei den USA in diesem Jahr mit einem Defizit im Staatshaushalt von rund 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Verglichen mit europäischen Verhältnissen sei dies ein recht hoher Wert, insbesondere im momentanen konjunkturellen Zyklus, in dem sich die USA befänden. In der politischen Diskussion habe sich zunehmend die Überzeugung verbreitet, die Verschuldung sei noch tragfähig, da zur Not die Zentralbank einfach die Anleihen am Markt kaufe. Zwar könne die Zentralbank durch QE die Zinsen beeinflussen, doch anhand eines schwächeren Wechselkurses könnten künftig Signale aufkommen, die die Nachhaltigkeit dieser Politik anzweifeln würden. Eine Abwertung des Dollars gegenüber dem Euro erscheine vor diesem Hintergrund als ein Risikoszenario. (15.03.2019/alc/a/a)