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USA: Notenbank bleibt im "wait and see"-Modus - Zinsen wenig verändert


14.01.20 12:56
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die US-Industrieschwäche hatte auch zum Jahresende 2019 Bestand - die Handelskonflikte lassen grüßen, so die Analysten von Postbank Research.

Die Produktionsdaten für Oktober und November sowie der PMI für das Verarbeitende Gewerbe für Dezember würden wenig Hoffnung machen, dass die Industrie im Schlussquartal einen positiven BIP-Wachstumsbeitrag geleistet habe. Mit dem Produktionsstopp für die Boeing 737 Max werde der Auftakt ins neue Jahr nicht einfacher.

Positiv überrascht habe hingegen zuletzt der Außenhandel. Mit einem Rückgang des Handelsbilanzdefizits von 46,9 auf 43,1 Mrd. US-Dollar - das niedrigste Niveau seit 2016 - sollte dieser einen positiven Beitrag zum Q4-BIP-Wachstum geleistet haben.

Auch der Bausektor scheine sich aktuell zum Wachstumstreiber zu entwickeln. Die (Wohnungs-)Bautätigkeit sei im 2. Halbjahr 2019 auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise gestiegen.

Begünstigt werde die Bautätigkeit durch das wieder gesunkene Zinsniveau. Angesichts des klaren Ausblicks der FED, ihren im Verlauf des Vorjahres von 2,25 bis 2,50 auf 1,50 bis 1,75 Prozent gesenkten Leitzins auf absehbare Zeit nicht anzupassen, seien nachhaltige Zinsanstiege derzeit nicht in Sicht.

Der 3M-US-Libor (1,83 Prozent, Stand 13.01.2020) liege knapp oberhalb des US-Leitzinsbands und signalisiere keine Zinsänderungserwartungen. Auf Jahressicht erwarte die Postbank den Libor bei 1,90 Prozent, die 10-jährige Treasury-Rendite bei 1,85 Prozent. Diese sei zuletzt angesichts der Spannungen im Nahen Osten leicht gesunken (1,84 Prozent, Stand 13.01.2020). (Ausgabe Januar 2020) (14.01.2020/alc/a/a)